Helferkreis Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn  

Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn



Presse / Nachrichten

Kolumne in dem Gemeinde-Journal "Mein Ottobrunn"


11 / 2025     Junge Frau startet durch
Helferkreises Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Seite 20)
09 / 2025     Entspanntes Kennenlernen
Café International des Helferkreises Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Seite 13)
07 / 2025     Ukrainisches Frühlingsfest im Stephani Haus am 18. Mai
Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Seite 13)

Artikel im "Gemeindeblatt Hohenbrunn"



12 / 2025     Kochen in Gemeinschaft - Essen über’n Tellerrand
Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Seite 52)
11 / 2025     Schwimmen lernen – Sicherheit schenken
Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Seite 50)
07 / 2025     Ukrainisches Frühlingsfest im Stephani Haus am 18. Mai
Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Seite 55)


Die vollständige Liste der Artikel im Gemeinde-Journal "Mein Ottobrunn" und im "Gemeindeblatt Hohenbrunn" erhalten Sie hier.




Jahresberichte des Helferkreises Asyl


2024     Jahresbericht des Helferkreises Asyl
2023     Jahresbericht des Helferkreises Asyl
2022     Jahresbericht des Helferkreises Asyl
2021     Jahresbericht des Helferkreises Asyl
2020     Jahresbericht des Helferkreises Asyl
2019     Jahresbericht des Helferkreises Asyl
2018     Jahresbericht des Helferkreises Asyl
2017     Jahresbericht des Helferkreises Asyl
2016     Jahresbericht des Helferkreises Asyl
2015     Jahresbericht des Helferkreises Asyl
2014     Jahresbericht des Helferkreises Asyl und Bericht von der Nikolausfeier mit Flüchtlingen vom Eine-Welt-Kreis
2013     Erklärung des Helferkreises Asyl, unterzeichnet von 36 Mitgliedern
2012     Schritt ins Leben: Christen aus dem Landkreis unterstützen Asylbewerber
(Südost-Kurier, 30.10.2012),   (gedruckte Version, pdf)

Weitere Information erhalten Sie von unserem Team Öffentlichkeitsarbeit (E-Mail: presse@helferkreis-asyl.com ).




Übersicht der folgenden Beiträge






Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Dezember 2025)

Kochen in Gemeinschaft - Essen über’n Tellerrand

Persönliche Begegnungen im kleinen Kreis fördern Integration und interkulturellen Austausch – nach diesem Motto lädt der Helferkreis alle zwei Monate zum gemeinsamen Kochen in die Kaiserstiftung ein

In diesem Jahr wurden afghanische, palästinensische, indische, ukrainische und internationale sommerliche Küchen vorgestellt. Kochbegeisterte aus den jeweiligen Ländern leiteten das Kochen an. Einheimische Herbstküche mit Kürbissuppe, Zwiebelkuchen und Zwetschgendatschi stand im Oktober auf dem Speiseplan.

Am Samstagnachmittag trifft sich das Koch-Team um 16 Uhr mit den angemeldeten Hobbyköchinnen und -köchen; bis zu zehn Personen können gemeinsam kochen. Nach einer Kennenlern-Runde werden die oft besonderen Zutaten und die geplanten Rezepte vorgestellt. Dann wird geschält, geschnipselt, gewogen, gerührt, gekocht, gebacken … gelacht, gestikuliert, gedolmetscht und erzählt, vom Geschmack der Heimat, von den Düften der Kindheit. An Herd und Backofen wird es warm, intensive Gerüche ziehen durch den Raum. Die Veranstalterin erinnert: „In einer halben Stunde kommen die Gäste …“

Am schwarzen Brett stehen die Gerichte angeschrieben, die Tische werden liebevoll gedeckt. Um 19 Uhr kommen weitere Gäste zum Essen dazu. Das Koch-Team stellt den Gästen an der großen Theke die Speisen vor. In bunt gemischten kleinen Tischgruppen werden die Gerichte genossen. Essen und die Zubereitung sind ein guter Einstieg ins Gespräch. „In Gemeinschaft schmeckt es einfach besser“, so eine Teilnehmerin.

Im Januar steht die chinesische Küche im Fokus. Die Termine erscheinen im Monatsprogramm der Kaiserstiftung; dort erfolgt auch die Anmeldung zum Kochen bzw. zum Essen.

Möchten Sie ein Essen mit Gerichten Ihrer Heimat gemeinsam mit anderen Teilnehmenden aus verschiedenen Ländern – von Jugendlichen bis Senioren – kochen? Dann melden Sie sich bei uns, Dany Graser und Heidi Maurer, Mail: info@helferkreis-asyl.com oder direkt in der Kaiserstiftung.

Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn


(Quelle: "Gemeindeblatt Hohenbrunn", Dezember 2025, Seite 52)





Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (November 2025)

Schwimmen lernen – Sicherheit schenken

Viele Kinder in Deutschland können nicht sicher schwimmen – das belegen die aktuellen Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage des DLRG aus dem Sommer. Besonders betroffen sind Kinder aus geflüchteten Familien. Sprachbarrieren und finanzielle Hürden erschweren den Zugang zu Schwimmkursen und Schwimmbadbesuchen.

Der Helferkreis Asyl möchte hier mit ehrenamtlichen Angeboten gezielt unterstützen. Im letzten Schuljahr konnten Flüchtlingskinder im Alter von sechs bis acht Jahren in einem Ottobrunner Schulschwimmbad schwimmen lernen. Mit bunten Delfin-Bildern erklärte die Trainerin den Kindern spielerisch die Baderegeln – so wurden sie auch ohne gemeinsame Sprache verstanden. Mit Freude wurde gespritzt, getaucht und in Reifen gesprungen - bald gelangen die ersten Schwimmzüge. Im Frühjahrskurs trainierten ukrainische Kinder gemeinsam mit ihren Müttern. Das Gelernte kann nun im Schwimmunterricht der Schulen weiter ausgebaut werden. Auch ein Kurs zur Wassergewöhnung für Frauen wurde gestartet – viele von ihnen hatten in ihren Herkunftsländern keine Möglichkeit, schwimmen zu lernen.

Im neuen Schuljahr werden weitere Kurse angeboten, für jüngere Schulkinder, für größere Mädchen und für erneut für Mütter. Ziel ist es, am Ende das Seepferdchen-Abzeichen zu erreichen.

Schwimmen bedeutet nicht nur Sicherheit, sondern auch Teilhabe. Wer schwimmen kann, ist nicht nur im Freibad dabei, sondern auch ein Stück freier in der neuen Heimat. Für uns ist es ein Herzensprojekt: Es schützt Leben, und stärkt Gemeinschaft, Vertrauen und Integration.

Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn


(Quelle: "Gemeindeblatt Hohenbrunn", November 2025, Seite 50)





Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (November 2025)

Junge Frau startet durch

Viele Kinder in Deutschland können nicht sicher schwimmen – das belegen die aktuellen Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage des DLRG aus dem Sommer. Besonders betroffen sind Kinder aus geflüchteten Familien. Sprachbarrieren und finanzielle Hürden erschweren den Zugang zu Schwimmkursen und Schwimmbadbesuchen.

Es gibt sie immer wieder, die Beispiele für gelungene Integration: Die 19-jährige Maryam M. aus Ottobrunn beispielsweise erwarb 2024 die deutsche Staatsangehörigkeit. Nach ihrem Quali an der Carl-Steinmeier-Mittelschule mit 15 Jahren absolvierte sie eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten in der Gemeinde Aying, von der sie übernommen wurde. Außerdem hat sie gerade den Führerschein gemacht. Wie kommt eine solche Turbo-Integration zustande?

Die Eltern, beide syrisch-orthodoxe Christen, stammen aus dem Irak. Zunächst kam 2012 der Vater in die damalige Flüchtlingsunterkunft in der Josef-Seliger-Siedlung; die Mutter folgte im Jahr 2014 mit drei Kindern im Rahmen des Familiennachzugs. Maryam hat in der Schule schnell Deutsch gelernt. Auch in Mathematik hat sie mit Hilfe ihrer Nachhilfelehrerin Monika Löser vom Helferkreis bestehen können. Während der Corona-Pandemie bewarb sie sich um eine Ausbildung in der Ayinger Gemeindeverwaltung. Seit ihrem erfolgreichem Abschluss arbeitet sie dort im Einwohnermeldeamt. Trotz der vielen Gesetze und Verordnungen findet Maryam ihren Beruf interessant und abwechslungsreich.

Da sie seit Jahren alle Anträge für die Familie ausfüllt, beantragte sie für sich und ihren ein Jahr jüngeren Bruder auch die deutsche Staatsbürgerschaft, die beide seit 2024 besitzen. Sie sagt: »Ich bin nicht in Deutschland geboren, aber ich bin hier aufgewachsen und habe schließlich einen Job im öffentlichen Dienst bekommen. Das macht mich glücklich!

Claudia Bernardoni Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn / MO


(Quelle: Gemeinde-Journal "Mein Ottobrunn", 11/2025, Seite 20)





Café International des Helferkreises Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Juli 2025)

Entspanntes Kennenlernen

2016 startete der Helferkreises Ottobrunn/Hohenbrunn das Projekt Café International mit dem Ziel, einen regelmäßigen Treffpunkt für Flüchtlinge, Migranten und Einheimische zu schaffen und wurde bald ein Erfolg. Nicht nur Flüchtlinge aus vielen Nationen und Mitglieder des Helferkreises kamen, sondern auch Neugierige, Nachbarn und manchmal Bürgermeister Loderer. Ulla Wolf, damals Pfarrgemeinderätin der Michaelskirche, erhielt von Dekan Steinbaur die Erlaubnis, die Räumlichkeiten im Evangelischen Jugendzentrum (EJO) einmal im Monat am Samstagnachmittag für das Treffen zu nutzen. Jahrelang betreute sie das Café. Heute hat Stefanie Marrero, integrationsbeauftragte der Gemeinde Ottobrunn, die Verantwortung übernommen.

Es gibt immer ein Buffet mit Kaffee, Tee, Saft und Gebäck. Dafür war von Anfang ein Küchenteam aus Flüchtlingsfrauen und Freiwilligen des Helferkreises und zuständig. Die Bäckerei Fiegert spendet regelmäßig Gebäck und Flüchtlingsfrauen bringen Selbstgebackenes mit. Am Aufbau der Café-Einrichtung und an den Aufräumarbeiten beteiligen sich neben einigen Helfern ebenfalls Flüchtlinge oder Migranten. Zum EJO-Haus gehört ein Garten, in dem bei gutem Wetter Tische und Stühle aufgestellt werden. Die Lage ist günstig für Kinder, denn sie dürfen den angrenzenden Spielplatz der Gemeinde Ottobrunn nutzen. Für besonderen Bedarf hat der Flüchtlingsfonds der Erzdiözese München Unterstützung geleistet.

Die Freiwilligen aus dem Helferkreis kommen gerne, um sich mit ihren Schützlingen zu treffen oder auch, um bisher unbekannte Flüchtlingsfamilien kennen zu lernen. Erfreulicher Weise hat sich das Café International auch zu einem beliebten Ort für Migranten zum Kontakt mit ihnen unbekannten Landsleuten und zum Kennenlernen von Flüchtlingen entwickelt. 2025 zählten die Organisatoren in der Regel 40 bis 50 Gäste.

Helga Keiner, Mitglied im Helferkreis, erzählt: „Die Mitarbeit im Café International ist seit vorigem Jahr im Ruhestand eine ideale Aufgabe für mich. Das Schöne sind die ungezwungenen Treffen ohne vorgegebenes Ziel. In den Gesprächen lernen die Flüchtlinge und Migranten Alltagsdeutsch und viel über unsere Lebensweise. Frauen mit kleinen Kindern werden durch die Spiele der Kinder ins Gespräch gezogen und geben einander Tipps. Einmal wurden mit Hilfe eines bulgarischen Innenarchitekten der Kauf einer Küche bei IKEA und die Details der Einrichtung einer Mietwohnung geplant. Das Café International ist eine runde Sache und etwas Leichtes für die Freizeit.“

Eid Rezaie, Diplom-Bauingenieur aus Afghanistan, half seit 2024 während seines Studiums an der Bundeswehruniversität in Neubiberg beim Aufbau im Café. Er sagt: „Das Café ist sehr wichtig für Flüchtlinge wie für Migranten, die Gespräche fördern die Integration in die deutsche Gesellschaft und sind eine Hilfe, wenn man als Ausländer wegen der Kulturunterschiede in Verwirrung gerät. Ich habe persönlich davon profitiert, dass ich Menschen aus vielen Nationen kennen lernen konnte. Und es freut mich, dass Deutsche sich für die Kultur anderer Länder interessieren. Ich habe viele Fragen zu politischen Lage in Afghanistan, zur Geschichte und zur Kultur der verschiedenen Volksgruppen beantwortet.“

Das Treffen finden einmal im Monat samstags von 15:00 bis 17:00 Uhr im Haus der EJO, Gartenstraße 1 in Ottobrunn statt (weitere Termine, s. unter:  "Aktuelles"

Claudia Bernardoni, Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn


(siehe auch: Gemeinde-Journal "Mein Ottobrunn", 09/2025, Seite 13)





Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Juli 2025)

"Ukrainisches Frühlingsfest im Stephani Haus am 18. Mai"

Am Sonntag, den 18. Mai, lud der Helferkreis Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn zu einem ukrainischen Frühlingsfest ins Stephani Haus ein. Für die ukrainische Gemeinschaft in Hohenbrunn und Ottobrunn war dieses Fest eine wertvolle Gelegenheit, sich mit Einheimischen sowie untereinander auszutauschen. Viele Ukrainerinnen und Ukrainer, von Kindern bis zu Seniorinnen, waren aktiv an der Vorbereitung und Gestaltung des Festes beteiligt. Der Kinderchor „Weselka“ reiste sogar mit dem Zug von Fürth nach Hohenbrunn, um die Feierlichkeiten musikalisch zu bereichern.

Die farbenfrohen Kreuzstichmuster auf den Blusen der Frauen und Mädchen sowie der Tischschmuck in den Farben der Ukraine sorgten für ein lebendiges und buntes Bild. Dank ihrer inzwischen guten Deutschkenntnisse konnten die Gäste freundlich empfangen und gut informiert werden.

Gestärkt mit Kaffee, Tee und einer großen Auswahl an süßen sowie herzhaften Gebäcken, genossen die Besucher die traditionellen Frühlingslieder und Tänze, die von den Chören „Tschar“; „Zillya“, „Weselka“ und „Mandryky“ dargeboten wurden. An Plakatwänden und einem Bücher-Tisch konnten sich Interessierte zudem über kulturelle Höhepunkte der Ukraine informieren. In einem Workshop probierten Mutige die fröhlichen Kreistänze aus. Das schöne Wetter, das sich im Laufe des Nachmittags immer mehr zeigte, ermöglichte es, die Bastel-Workshops für die Kinder draußen im geräumigen Kirchhof anzubieten. Die Gäste erlebten einen kommunikativen Nachmittag in entspannter Atmosphäre.

„Wir freuen uns schon darauf, am 12.10. unsere Musik, Lieder und Tänze im Wolf-Ferrari-Haus aufführen zu dürfen“ so Liudmyla Gryshko, die Organisatorin des Herbstkonzertes.

Heidi Maurer (Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn)


(siehe auch: "Mein Ottobrunn", Juli 2025, Seite 13
     und:         "Gemeindeblatt Hohenbrunn", Juli 2025, Seite 55)







Pfarrei St. Stephanus Hohenbrunn (Juli 2025)

"Gemeinsam Brücken bauen und Chancen schaffen."

Der Deutsch Konversations-Treff feiert 1-jähriges Bestehen.
Ein Jahr lebendige Gespräche - unser Konversations-Treff feiert Jubiläum.

Weil miteinander reden, der erste Schritt zum Verstehen ist, starteten wir vor einem Jahr im Stepanihaus mit unserem offenen Konversations-Treff.

Getragen wird das Projekt von einer Gruppe Ehrenamtliche unter der Schirmherrschaft der Pfarrgemeinde St. Stepnanus / Eine Welt Kreis und mit Unterstützung des Helferkreises Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn. Eine Idee, die viele Menschen in Ottobrunn und Hohenbrunn verbindet.

Anfangs gab es Zweifel: Wird das Angebot angenommen? Kommen genügend Interessierte? Finden wir Ehrenamtliche. die mitmachen?

Heute. ein Jahr später, Können wir sagen: Aus einer Idee wurde eine Erfolgsgeschichte.

Unser Treff ist zu einen lebendigen Ort des Austausches geworden. Jeden Montag um 17 Uhr üben wir in kleinen Gruppen die deutsche Sprache. Begleitet von Muttersprachlern entsteht eine Atmosphäre voller Freude, Mut und Gemeinschaft.

Dieses Projekt zeigt: Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Sie öffnet Türen, schafft Vertrauen und verbindet Menschen auf Augenhöhe.

Wir möchten Menschen stärken. Mut machen. Perspektiven eröffnen und Wege ebnen - ob im Alltag, in der Arbeitswelt oder im sozialen Miteinander.

Viele Teilnehmende berichten, wie wichtig dieser Treff für Sie geworden ist und es für Sie ein Ort der Hoffnung und der Verständigung ist.

Dafür brauchen wir weiterhin Menschen, die sich engagieren und mithelfen. Brücken zu bauen. Denn Sprache verbindet, schafft Wissen und birgt Chancen.

Es ist unglaublich schön zu sehen, wie schnell und mit wie viel Freude alle dabei sind.

Menschen auf Ihrem herausfordernden Weg zu begleiten ist ein Geschenk", sagt Gabi Meßmer, die das Projekt ins Leben gerufen hat und es organisiert.

Wer jetzt mehr wissen möchte, findet alles unter der nachfolgenden Webseite:
Deutsche Konversation - wir üben freies Spechen. "Offener Treff"

Pfarrgemeinde St. Stepnanus / Eine Welt Kreis


Quelle:"Gemeindeblatt Hohenbrunn", Juli 2025, Seite 60






Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Juni 2025)

Deutsch und Integration für Migranten und Flüchtlinge

Vortrag zum zehnjährigen Bestehen des Fachbereichs Deutsch und Integration der vhs SüdOst im Landkreis München am 26.06.2025
von Claudia Bernardoni

Ich möchte Ihnen eine kurze Einführung in die rechtlichen und humanitären Grundlagen für den Unterricht in Deutsch und Integration geben. Ich fange mit der Einteilung von Ausländern in verschiedene Kategorien an und fahre mit den Voraussetzungen für Integration und Integrationskurse fort und komme zum Schluss.

Deutschland ist ein Eiwanderungsland und Migration ist nichts Außergewöhnliches, sondern seit Jahrtausenden eine Normalität der Menschheitsgeschichte. Migranten kommen aus den unterschiedlichsten Gründen: Sie wollen in Deutschland studieren, sie wollen hier arbeiten, sie heiraten Deutsche oder kommen mit Familiennachzug zu einem hier lebenden Partner oder einer Partnerin. Andere Migranten mussten aus ihren Herkunftsländern vor Verfolgung, Krieg und Gewalt fliehen. Vereinfacht spricht man von Erwerbsmigration und Fluchtmigration. Menschen sind jedoch keine Kategorien, sondern beweglich und entwicklungsfähig: Migranten können Asylsuchende werden, z.B. wenn Touristen hier bleiben, nachdem ihr Visum abgelaufen ist. Und Flüchtlinge werden ausländische Arbeitnehmer*innen, wenn sie den Spurwechsel schaffen. Gut so, Deutschland braucht Arbeitskräfte, nicht nur Pflegehelferinnen auch Busfahrer.

Aber die erste Frage ist: Wie kommt man ins Land hinein? Migranten besitzen in der Regel ein Visum und passieren die Grenze regulär. Geflüchtete nicht. Denn vor der Flucht schnell noch ein Visum in dem Staat, in dem man verfolgt wurde, zu beantragen, würde nicht einmal Markus Söder oder Joachim Herrmann gelingen. Verfolgte aufzunehmen ist jedoch ein Gebot der Menschenrechte, das zu kippen, unsere Demokratie ernsthaft in Frage stellen würde. Das Europäische Asylrecht schreibt vor, dass Asylsuchende an den EU-Außengrenzen einen Asylantrag stellen. Da eine gerechte europäische Verteilung der Asylsuchenden bekanntlich nicht funktioniert, kommt es zur sogenannten irregulären Einreise. Und damit beginnen die Probleme bei der Integration: Jahrelange Asylverfahren und die Unsicherheit, ob am Ende wirklich eine Aufenthaltserlaubnis oder derjenige das Land doch verlassen muss, bleibt danach noch bestehen. Das ist nur für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine anders, weil sie aufgrund einer EU-Sonderregelung sofort eine Aufenthaltserlaubnis erhalten haben, die neuerdings bis 2027 gilt.

Für alle Migranten heißt es: Integration ist eine anspruchsvolle Aufgabe und eine schwierige Zeit im individuellen Leben. In einem anderen, völlig fremden Land fühlt man sich wie ein kulturelles Kind, das Orientierung sucht und Hilfe braucht, während der Erwachsene aus der früheren Heimat sich hinter dem Kind verstecken muss. Flüchtlinge haben zusätzliche Päckchen, manchmal Lasten zu tragen: Die Angst abgeschoben zu werden, die auch die Anerkannten weiter haben, Traumata aufgrund von erfahrener Gewalt und von Krieg sowie für Asylsuchende schwer verständliche Kulturunterschiede. Wenn einer vier Kinder hat, seine eigenen Felder bestellt hat und in der Dorfgemeinschaft angesehen war, wird ihm der VHS-Slogan: Lebenslang lernen wie eine ausgeklügelte Foltermethode erscheinen. Aber am Ende bemühen sich eigentlich alle, die Anforderungen der Integration zu erfüllen.

Das ist die Ausgangssituation, mit der die Dozenten für Deutsch und Integration an der VHS konfrontiert sind, wenn sie Migranten und besonders Flüchtlinge unterrichten. Sie übernehmen damit eine grundlegende und die anfangs wichtigste Integrationsaufgabe überhaupt. Denn die deutsche Sprache ist bekanntlich die Basis jeder Art von Integration, ob es die lebenspraktische oder die berufliche ist, die Teilhabe am Gesellschaftsleben oder die Kenntnis der Institutionen und das Einverständnis mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

2005 wurden bundesweit staatlich finanzierte Integrationskurse vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) eingeführt. Ein großer Fortschritt. Aber wer durfte daran teilnehmen? Allein Flüchtlinge, die seit 18 Monaten eine Aufenthaltserlaubnis mit einem Jahr Gültigkeit besaßen, erhielten einen kostenlosen Platz. Noch 2012 bis 2014, in den ersten Jahren der Tätigkeit des Helferkreises Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn, gab es keine Kurse für Geflüchtete, die sich noch im Asylverfahren befanden oder abgelehnt worden waren (sog. Geduldete). Viele waren auf besondere Angebote angewiesen.

Zum Beispiel richtete die Volkshochschule SüdOst gegen Spendengelder des Helferkreises kostenfreie Anfängerkurse ein und stellte freie Plätze in bestehenden Kursen gratis zur Verfügung. Auch Kursleiter der vhs engagierten sich ehrenamtlich und führten kostenfreie Kurs auf mehreren Niveaus durch. Zusätzlich, unter Umständen jedoch als einzige Möglichkeit, Deutsch zu lernen, erhielten Geflüchtete ehrenamtlichen Unterricht durch die Lernpaten der Helferkreise. Ab 2015 sprang der Landkreis München unter Landrat Göbel auf Vorschlag der vhs Südost und besondere Initiative der damaligen Leiterin des Fachbereichs Bereichs Deutsch und Integration Elisabeth Stein in die Bresche. Der Landkreis finanzierte Alphabetisierungskurse, Kurse auf mehreren Niveaus und Einzelplätze, ab 2018 auch für Geduldete. Es dauerte bis 2023, bis es staatliche Integrationskurse für alle gab. 2025 stehen die Integrationskurse jedoch nicht mehr allen offen.

Deutsch in Wort und Schrift stellt vom Alphabetisierungskurs über den Anfängerkurs auf jedem Sprachniveau eine Eintrittskarte in die deutsche Gesellschaft dar. Niveau A 2 berechtigt zu einer Aufenthaltserlaubnis für gut integrierte Geduldete und reicht für ungelernte Arbeit. Niveau B 1 (Ausreichende Sprachkenntnisse nach § 2 Absatz 11 AufenthG) genügt neben anderen Voraussetzungen für ein dauerhaftes Bleiberecht und sogar für die Einbürgerung und außerdem für bestimmte Ausbildungen, z.B. zu Pflegehelfer*innen. B 2 brauchen Migranten und Flüchtlinge für qualifizierte Berufsabschlüsse. Und C 1 (2) ist die Eingangsvoraussetzung für ein Universitätsstudium. Für alle Aufenthaltstitel ist die Prüfung Leben in Deutschland nötig. Dabei müssen Migranten und Flüchtlinge sozialpolitische Kenntnisse nachweisen und sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen. Das ist heute als Schutz für uns wichtiger denn je.

Kurz, die Volkshochschulen und ihre Dozent*innen geben Migranten und Flüchtlingen mit einem erfolgreich abgeschlossenen Integrationskurs die wesentlichen Instrumente in die Hand, mit denen sie ihr Leben hier meistern können. Damit ist die Tätigkeit der Profis abgeschlossen. Die Aktivitäten der ehrenamtlichen Helfer*innen enden idealer Weise erst bei vollkommener Integration: Wenn die Betreuten ein Daueraufenthaltsrecht erhalten, eine Ausbildung abgeschlossen, einen Arbeitsplatz zur Sicherung des Lebensunterhalts und eine eigene Mietwohnung erworben haben, eventuell noch wenn Kinder oder Partner mit Familiennachzug gekommen sind. Und insgesamt wenn Zuwanderer am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Das heißt, professionelle Sprach- und Integrationslehrer*innen und Flüchtlingshelfer*innen ergänzen sich mit speziell zielgerichteter einerseits und holistischer Tätigkeit andererseits auf das Beste.

2025: Voraussetzungen für die Teilnahmeberechtigung an einem kostenlosen Integrationskurs

Zulassung: Eine Teilnahmeberechtigung vom BAMF erhalten Migranten, die zu Erwerbszwecken eine Aufenthaltserlaubnis (AE) haben. Oder: Geflüchtete, die eine AE aus humanitären Gründen oder eine langfristige AE nach § 38 a Aufenthaltsgesetz (AufenthG) besitzen. Oder: Menschen, die mit Familiennachzug gekommen sind.

Kein Anspruch auf einen Berechtigungsschein und kostenlosen Besuch eines Integrationskurses besteht für Kinder und Jugendliche, die noch schulpflichtig sind, denn sie dürfen gesetzlich keine Regelförderung durch den Bund erhalten (§ 44 Absatz 3 Satz 1 AufenthG). Wer also zu alt ist, um noch unter die neunjährige Vollzeitschulpflicht zu fallen, etwa weil die Schulzeit wegen Flucht und erzwungenen Aufenthalten unterbrochen wurde, fällt aus der Förderung der Integrationskurse heraus. Hier sind die Länder für schulvorbereitende Sprachkurse zuständig. Das sind im Landkreis München die Berufsintegrationsklassen (BIK) an der Berufsschule München Land in Feldkirchen. Dort landen alle, die nicht genug Deutsch sprechen, um dem Unterricht zu folgen. Dabei sind die Lernfortschritte oft gering und eine wirkliche Integration findet nicht statt.

Eventuell: Besser ist die Situation für Geflüchtete, wenn eine Berufsausbildung in Aussicht ist, dann kann eine Zulassung zu einem Integrationskurs (IK) erteilt werden, wenn es keine andere Fördermöglichkeit gibt, z.B. durch den Besuch einer Berufsvorbereitungsklasse. Berufsvorbereitungsklassen gibt es an den verschiedenen fachlich ausgerichteten Berufsschulen meist in München, aber ein Mindestmaß an Sprachkenntnissen ist Voraussetzung.

Keinen Anspruch auf Integrationskurs haben Ausländer mit erkennbar geringem Integrationsbedarf (§ 4 Absatz 2 der Integrationsverordnung). Das heißt: Wenn ein Ausländer einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss oder eine entsprechende Qualifikation besitzt, es sei denn, er kann wegen mangelnder Sprachkenntnisse innerhalb eines angemessenen Zeitraums keine seiner Qualifikation entsprechende Erwerbstätigkeit im Bundesgebiet aufnehmen. Oder: Wenn er eine qualifizierte Erwerbstätigkeit ausübt; und wenn er sich ohne staatliche Hilfe in das wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Leben der Bundesrepublik Deutschland integriert.


(Claudia Bernardoni/Ursula Müller nach Auskunft von Christine Hauptkorn, Regionalkoordinatorin im BAMF, Außenstelle München - Referat 53A)






Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Mai 2025)

Ukrainisches Frühlingsfest im Stephani Haus (Einladung)

Zum zweiten Mal laden die Ukrainerinnen herzlich zu einem Frühlingsfest ins Stephani Haus ein, am Sonntag, den 18. Mai von 14 - 17 Uhr.

Über 25 Frauen aus Hohenbrunn und den umliegenden Gemeinden beginnen nach Ostern gemeinsam mit ihren Kindern mit den Festvorbereitungen.

Der Frauenchor "Tschar Zillya" wird alte rituelle Lieder, die zum Beginn des Frühlings gesungen werden, unter dem Titel "Vesnyanky" und in ukrainischen Trachten präsentieren. Der laute Ruf "Hu" am Ende jeder Strophe soll den Frühling anlocken. Kinder und Jugendliche treten in ihren Chören "Mandryky" (Kekse) und "Weselka" (Regenbogen) auf und zeigen ihr Talent in einem Gitarrenduett.

Für die kleinen Besucher werden Bastelworkshops angeboten, in denen sie traditionellen Perlenschmuck, der Malerei "Petrykiwka" und Stoffpuppen "Motanka", eine Art Schutzengel, herstellen können. Zauberstäbe und Armbänder werden auch die Kleinsten begeistern. Tanzbegeisterte haben die Möglichkeit, in einem Workshop ukrainische Volkstänze zu lernen.

Viele der Flüchtlinge haben inzwischen Deutsch gelernt und freuen sich auf Begegnungen und Gespräche. Für das leibliche Wohl ist mit Getränken und Gebäck bestens gesorgt.

Ukrainische Trachten und Gebaeck                                      Bastel Workshop       Fotos: privat

Quelle: Gemeindeblatt Hohenbrunn, Mai 2025, Seite 52






Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Februar 2025)

Jahresbericht 2024

Die Mitglieder des Helferkreises engagierten sich ehrenamtlich mit großer Empathie, Kreativität und Ausdauer für die geflüchteten Menschen in unseren Gemeinden. Die Flüchtlinge stammen aus verschiedenen Ländern, darunter Afghanistan, Syrien, Irak, Türkei, Pakistan, Jemen, Nigeria, Somalia, Äthiopien, Eritrea, Uganda, Tansania, Mali, Ghana, Senegal, Indonesien, Bangladesch, Myanmar, Ukraine, Georgien, Aserbeidschan.

Die Unterstützung galt 340 Personen, überwiegend Familien, von denen mehr als die Hälfte Kinder und Jugendliche sind. Die Mehrzahl lebt in zwei größeren Asylunterkünften und in Wohnungen, die vom Landratsamt angemietet wurden. Die Unterkünfte befinden sich zentral in den Wohngebieten unserer Gemeinden, eine gute Voraussetzung für Integration und Austausch mit den Nachbarn.

Solange Menschen Hilfe bei ihrer Integration benötigen, setzt der Helferkreis seine Unterstützung fort, unabhängig vom Aufenthaltsstatus. Aus mancher Begleitung wird Freundschaft.


INTEGRATION DURCH GESICHERTEN AUFENTHALT

Vollendete Integration durch Einbürgerung
Im März 2024 trat das neue Staatsangehörigkeitsgesetz (STAG) in Kraft. Die Einbürgerung ist in Bezug auf die vorausgesetzte Aufenthaltsdauer erleichtert worden: Nun kann eingebürgert werden, wer seit fünf Jahren rechtmäßig in Deutschland lebt. Außerdem können Flüchtlinge die Staatsangehörigkeit ihres Herkunftslandes behalten, wenn sie Deutsche werden. Das sind zwei wesentliche Vorteile gegenüber dem alten Gesetz. Auch das Niveau B1 in Bezug auf die Deutschkenntnisse und der Nachweis des gesicherten Lebensunterhalts sind inzwischen für viele der länger hier lebenden, gut integrierten Flüchtlinge ein erreichbares Ziel. Das hat allgemein und auch bei uns zu einer vergleichsweise hohen Zahl der Einbürgerungsanträge geführt, aber auch zur Folge, dass die Behörde im Landratsamt Eingangsbestätigungen mit der Ankündigung einer 12 bis 18monatigen Bearbeitungszeit verschickt. Auf diese Weise warten Antragsteller*innen seit Ende 2023 auf ihren deutschen Pass und nur ein paar Ausnahmen, zum Beispiel ein syrischer Hotelfachmann sowie eine irakische Auszubildende erhielten die deutsche Staatsangehörigkeit innerhalb eines Jahres.

Niederlassungserlaubnis als Garant der Sicherheit und Abschluss des Flüchtlingsdaseins
Die Niederlassungserlaubnis ist ein unbefristeter Aufenthalt mit allen Rechten bis auf spezielle Staatsbürgerrechte und verleiht Geflüchteten Entwicklungsfreiheit in unserer Gesellschaft. Sie setzt meist einen fünfjährigen erlaubten Aufenthalt, Sprachkenntnisse B1 und fünf Jahre Beitragszahlung in die Rentenversicherung sowie überwiegend gesicherten Lebensunterhalt voraus. Das heißt, es ist keineswegs leichter, eine Niederlassungserlaubnis zu bekommen als direkt die Einbürgerung. Allerdings müssen Afghanen, die in der Regel keinen besseren Schutz als ein Abschiebungsverbot vorweisen können, erst die Niederlassungserlaubnis erwerben, bevor sie das Recht haben, den deutschen Pass zu beantragen. Niederlassungserlaubnisse erhielten z.B. ein afghanischer Koch, ein afghanischer Einzelhandelskaufmann in Ausbildung und eine ugandische Pflegehelferin. Anträge wurden vor allem von Afghanen gestellt.

Das Chancenaufenthaltsrecht für langjährig Geduldete
Das Aufenthaltsrecht als Chance für eine bessere Integration setzt voraus, dass die Nutznießer sich bereits am 1. Januar 2022 fünf Jahre ununterbrochen in Deutschland aufgehalten haben. Es ist eine Altfallregelung, die Ende 2026 wieder ausläuft, jedoch bis dahin beantragt werden kann. Diese Aufenthaltserlaubnis ist mit einer Arbeitserlaubnis verbunden und gilt für 18 Monate. Danach müssen die Bedingungen für den Antrag als nachhaltig integrierte Arbeitnehmer*innen gegeben sein, vor allem ein Arbeitsvertrag und gesicherter Lebensunterhalt. Einer nigerianischen Familie mit vier Kindern und einem nigerianischen Familienvater ist der Übergang gelungen. Eine pakistanisch/indonesische Familie mit einem Kind wird den Antrag auf den Spurwechsel noch rechtzeitig einreichen können.

Das Recht auf Familiennachzug
Eine somalische Mutter konnte, fast zehn Jahre nach der Flucht, ihre beiden Kinder kurz vor Weihnachten wieder in die Arme schließen. Drei Jahre benötigte der Antrag, verbunden mit langen Wartezeiten in einem Slum in Kenia, in erreichbarer Nähe zur Deutschen Botschaft in Nairobi. Das Einleben in der Familie, die Integration der inzwischen Jugendlichen sind nach den vielen Jahren der Trennung eine schwere Aufgabe – der Helferkreis begleitet die Familie dabei.

Integration durch Arbeit
Der Arbeitskreis Job & Ausbildung unterstützte und ermutigte bei der Suche von Praktika, Ausbildungsund Arbeitsplätzen. Helferkreis-Mitglieder übten mit Arbeitssuchenden Bewerbungsgespräche. Berufsschüler/innen erhielten Nachhilfe und Laptops. Bei Arbeitsverträgen, Lohnabrechnungen, Steuerund Versicherungsfragen wurde Auskunft gegeben und in der Kommunikation mit Arbeitgeber und Behörden unterstützt.

  • Junge Menschen schlossen ihre Ausbildungen als Verkäufer, Verwaltungsfachangestellte, Pharmazeutisch-Technische Assistentin und Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungsund Klimatechnik ab.
  • Absolventen der Realschule und der Mittelschulen in Riemerling und Haar begannen Ausbildungen zur Pflegehelferin im Krankenhaus, zum Kfz-Mechatroniker, im Büromanagement, zur Medizinischen und Zahnmedizinischen Fachangestellten, zum Kfz-Lackierer, zum Einzelhandelskaufmann, zum Technischen Systemplaner, zum Anlagentechniker Sanitär.
  • Ein großes Anliegen ist es, Mütter durch individuelle Begleitung für einen Beruf zu qualifizieren. Zwei alleinerziehende Mütter begannen eine Qualifizierung im Bereich Altenpflege.
  • Weitere aus der Ukraine Geflüchtete fanden Arbeitsplätze in verschiedensten Bereichen. Oft ist eine dem Studium in der Ukraine entsprechende Position nicht möglich. Es müssen andere Einstiegsmöglichkeiten gefunden werden, auch über Minijobs. Bei Müttern sind die Arbeitszeiten häufig durch fehlende Kinderbetreuung eingeschränkt.
  • Ukrainische Eltern wurden in einem Info-Abend über das Bayrische Schulund Ausbildungssystem informiert

Integration durch Sprache und Bildung
Kursplätze mit Kinderbetreuung, Alphabetisierungskurse und Jugendintegrationskurse waren weiterhin rar. Die Genehmigung von Kursen durch das BAMF dauerte in der Regel sechs Wochen, die Wartezeit auf Prüfungsergebnisse durch das BAMF mindestens vier Wochen. Im zweiten Halbjahr wurde die Genehmigung für berufsbezogene B2-Kurse und von Wiederholungs-Stunden bei nichtbestandener Prüfung eingeschränkt.

  • 42 Ehrenamtliche waren als Lernpaten/-patinnen tätig, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die Hilfe umfasst erste Worte Deutsch, Hausaufgaben, Prüfungsvorbereitung, Menschen, die aufgrund ihrer persönlichen Situation keine Kurse besuchen können. Gute Kontakte zu den Klassenlehrern ermöglichten das Bearbeiten von Wissenslücken mit den Schülern. Für einzelne Schüler/innen wurden Mathe-Kurse zur Prüfungsvorbereitung und Feriendeutschkurse an den Volkshochschulen finanziert.
  • Seit Juli bietet die Pfarrgemeinde St. Stephanus zusammen mit dem Helferkreis Asyl eine wöchentliche Konversationsstunde in Hohenbrunn an. In kleinen Gruppen werden ab Sprachniveau B1 Gespräche geführt.
  • Menschen, die Deutsch sprechen, aber nicht sicher lesen und schreiben können, können an der VHS Südost Alpha+ Kurse in kleinen Gruppen besuchen. 15 Mütter und Väter, auch Senioren, wurden zur Teilnahme ermutigt und verbessern damit ihre Chancen im Alltag und im Beruf.
  • Die IT-Experten im Helferkreis bereiten gespendete Laptops, PCs, Drucker und Handys auf und geben diese an die Flüchtlinge weiter, angepasst an die Bedürfnisse des Empfängers. Sie unterstützten bei der Installation, beim Netz-Zugang und helfen bei Störungen weiter.
  • Intensiv wurden junge Menschen auf ihre Schulabschlüsse vorbereitet. Fünf Jugendliche legten den Quali an der Mittelschule ab, drei Jugendliche erwarben die Mittlere Reife an der Realschule.

Integration durch gesicherte Wohnverhältnisse
In engen Gemeinschaftsunterkünften gestaltet sich soziale Integration äußerst schwierig, bezahlbare Wohnungen sind für anerkannte Flüchtlinge im Großraum München kaum zu finden. Die Mitglieder des Helferkreises unterstützten aktiv bei der Wohnungssuche, bei Anträgen, dem Abschluss von Mietverträgen sowie der Kommunikation mit Behörden. Zudem helfen sie mit Zuschüssen zur Kaution, beim Transport, der Möbelbeschaffung über die AWO-Rumpelkammer, bei Montagen, mit Umzugskartons, bei Internetund Stromverträgen.

Eine Familie konnte eine Wohnung über den Arbeitgeber finden. Sechs weitere Familien und ein Berufstätiger haben in Gemeindebzw. Sozialwohnungen ein neues Zuhause gefunden. Eine berufstätige Familie sowie zwei junge Männer wurden auf dem privaten Wohnungsmarkt fündig. Durch diese Umzüge wurden Betten in den Asylunterkünften des Landratsamtes frei.

Für 14 Familien, die schon lange vom Helferkreis begleitet werden, werden weiter geeignete Wohnungen oder Häuser gesucht. Die Familien stammen aus verschiedenen Ländern und sind in unseren Gemeinden gut integriert, ihre Wünsche reichen von einer kleinen Wohnung für eine Mutter mit Kind bis zum Reihenhaus für eine achtköpfige Familie.

Integration durch Teilhabe am sozialen Leben
Lernund Familienpaten fördern und begleiten die Teilhabe von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen am sozialen, gesellschaftlichen und sportlichen Leben in unseren Gemeinden.

  • Ab Januar bot der Helferkreis Kindern aus ersten und zweiten Klassen im Schulschwimmbad am Samstag Schwimmunterricht an.19 größere Kinder und Jugendliche von 8 bis 17 Jahren konnten mit Schwimmtrainer/innen des TSV Hohenbrunn-Riemerling in einem Samstagskurs sicher schwimmen lernen, einige Kinder bekamen Plätze in den Regelschwimmkursen.
  • In den Schulferien wurde die Teilnahme von Kindern am Sportcamp des TSV Ottobrunn, an der KJR Ferieninsel Hohenbrunn am Sommerprogramm der VHS Südost, an Fußballund Pfadfinder Camps gefördert. Die Familien erhielten Karten für das Phönix Bad, für Kindertheater, Tierpark. Familienpaten unternahmen mit den Kindern Ausflüge. Im Advent wurden die Kinder nach St. Albertus Magnus und St. Stephanus zum Platzerlbacken eingeladen.
  • In der Fußballmannschaft Ramasuri schied ein Teil der Mannschaft aufgrund von Beruf, Nebenjob, Gesundheit oder Alter aus. Neue Spieler aus Afghanistan, Irak, Mali, Syrien und Tansania sind dabei, ein Team aufzubauen. Im ersten Turnier schnitt die Mannschaft mittelmäßig ab. Die Unterstützung ging auch nach dem Training weiter, bei der Suche nach einer Ausbildung, einem Job, einer Wohnung.
  • An zwei Wochenenden im Frühjahr konnten vier Mütter in Kursen von Donna Mobile in Neuperlach Radfahren lernen.
  • Das Team des Café International veranstaltete monatlich ein Café zur Begegnung von Flüchtlingen, Migranten und Einheimischen im Haus und Garten der Evangelischen Jugend EJO in Ottobrunn. Die Besucher lernen sich kennen, üben Deutsch, tauschen Informationen aus, erfahren Hilfe. Im Dezember kam wieder der Nikolaus.
  • Zu vier Kultur Talks lud der Helferkreis in die Kaiserstiftung Riemerling ein. Gäste aus Bosnien, dem Irak, aus Afghanistan und der Ukraine berichteten aus Kultur, Geschichte, Alltag und über die aktuelle Situation in ihren Heimatländern.
  • Beim Kochen und Essen miteinander ins Gespräch kommen, fremde Kulturen hören, sehen, riechen und schmecken das bietet unsere Reihe „Kochen über’n Tellerrand“ in der Kaiserstiftung in Riemerling. An sechs Terminen wurde Bosnisch, Britisch-Indisch, Ukrainisch, Irakisch, Amerikanisch und International gekocht.
  • Geflüchtete engagierten sich ehrenamtlich in der AWO Klawotte Kinder & Kreativ, in der AWO Nachbarschaftshilfe, im Seniorenzentrum Kaiserstiftung, im Verein Mammalade für Karla e.V., bei den Caritas Kulturdolmetschern, im Deutsch-Islamischen Kulturkreis Ottobrunn DIKO e.V.. Ukrainerinnen boten Malkurse und Yogakurse für Geflüchtete und Interessierte an. Der Helferkreis ermutigte zu diesem Engagement.
  • Ukrainerinnen bastelten mit Kindern auf dem Dorffest der Gemeinde Hohenbrunn. In Ottobrunn wurde die Bevölkerung zu einem Ukrainischen Frühlingsfest nach St. Otto und einem Sommerkonzert unter dem Motto „Die Sonne scheint für uns“ ins Wolf-Ferrari-Haus eingeladen. Der Abend war gefüllt mit Gesang, Tanz und Gedichten. Anlass war zum einen ein Dankeschön der Ukrainerinnen an die vielen Menschen, die Ihnen in den vergangenen Jahren geholfen haben. Zum anderen eine Gelegenheit für die ukrainischen Menschen, ihre Kultur zu leben und dadurch Mut und Zusammenhalt zu spüren.
  • Der ukrainische Chor „Tschar-Zillya“ sang auf den Christkindlmärkten in Ottobrunn und Hohenbrunn.

Entwicklung im Helferkreis
140 Ehrenamtliche aus 19 Ländern sind Mitglieder im Helferkreis, darunter 28 Flüchtlinge. Einige Helfer*innen sind ausgeschieden, neue sind dazugekommen. Die Altersspanne reicht von 13 bis 90 Jahren.

Im Pfarrsaal von St. Magdalena fanden 28 Helferkreis-Treffen statt. Fünf Fortbildungen, u.a. zum neuen Einbürgerungsrecht, ein Erste-Hilfe-Kurs, ein Überblick über das Bayrische Schulsystem wurden vor Ort angeboten. Mitglieder nahmen verschiedene Angebote externer Träger wahr. Ein Mitglied steht, nach abgeschlossener Ausbildung im Pfarrverband, als ehrenamtliche Seelsorgerin für Anliegen im Helferkreis zur Verfügung. Ende Juli fand das Sommerfest im Garten von St. Magdalena statt, im Januar 2025 ein Neujahrsempfang im Pfarrsaal von St. Otto

Zusammenarbeit mit Behörden, Organisationen und Öffentlichkeit
Der Helferkreis arbeitet eng mit der Caritas Alveni Asylsozialarbeit, der AWO Migrationsberatung und der Integrationsbeauftragten der Gemeinde Ottobrunn zusammen. Mit den Gemeinden Hohenbrunn und Ottobrunn, sowie dem Landratsamt, Bereich Integration und der Abteilung FAMI Flucht – Asyl – Migration – Integration der Erzdiözese München und Freising fanden Austauschtreffen statt.

Die Flüchtlinge konnten sich lokal mit Kleidung, Spielsachen, Büchern, Geschirr und Möbeln versorgen dank der AWO Klawotten und der AWO Rumpelkammer. Die Caritas Radlwerkstatt in Neubiberg war eine große Hilfe für die Mobilität. Anerkannte Flüchtlinge bezogen Lebensmittel am Caritas Ottobrunner Tisch.

Wir informierten die Öffentlichkeit über unsere Homepage, www.helferkreis-asyl.com, in den Gemeindeblättern Hohenbrunn und Ottobrunn, im Schaukasten von St. Magdalena, im Gemeindeblatt der Michaelskirche.

Spenden von Privatpersonen, Organisationen, Kirchen, Stiftungen und Gemeinden ermöglichten uns, in Notlagen individuell und unbürokratisch zu helfen, und mit besonderen Angeboten die Integration der Geflüchteten zu fördern. Dafür danken wir allen herzlich!


Unser Helferkreis wird sich weiter für den einzelnen Menschen einsetzen, der flüchten musste. Die Zeiten sind herausfordernd in der derzeitigen Stimmung und politischen Weltlage.

Wir freuen uns über die vielen Erfolge, die wir bisher hatten und denken an die Menschen, für die wir da sind. Wir unterstützen uns gegenseitig, nehmen uns an den Händen und machen weiter. Gemeinsam und hier, in unserer nächsten Umgebung, können wir einen Beitrag dazu leisten unseren Mitbürgern zu helfen und die Welt ein klein bisschen besser zu machen!

Helferkreis Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn im Pfarrverband Vier Brunnen Ottobrunn

Kontakt: info@helferkreis-asyl.com



Stefanie Marrero und Heidi Maurer           
Sprecherinnen
Diakon i.R. Karl Stocker
Leiter





Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Februar 2025)

Laptops gesucht .....

In unserer Gesellschaft werden in vielen Bereichen Anforderungen gestellt, die ohne PC oder Laptop nur schwer zu erfüllen sind. Das beginnt für Schüler/innen spätestens ab der 5. Klasse, manchmal sogar schon in der Grundschule. Kinder, die ihre Referate auschließlich über das Handy recherchieren können, sind benachteiligt. Für Recherchen, Bewerbungsunterlagen, Lernprogramme, Prüfungsvorbereitungen und Online Fortbildungen benötigen Auszubildende, Arbeitssuchende und Berufstätige Laptops und Drucker. Immer mehr Verwaltungsvorgänge sollen online erledigt werden, Informationen sowie Antragsformulare sind im Internet zugänglich.

Um den Flüchtlingen Teilhabe und Integration zu ermöglichen, suchen wir dringend gut erhaltene Laptops, die typischerweise nicht älter als 6-8 Jahre sind und idealerweise mit einem Windows 10 System ausgestattet sind. Ein schwacher oder nicht mehr funktionierender Akku stellt dabei kein Hindernis dar.

Der ehrenamtliche Computer-Spezialist Dr. Michael Steinacker ist seit 2016 für den Helferkreis Asyl auf diesem Gebiet tätig. In dieser Zeit wurden bereits über 150 gebrauchte Geräte an Bedürftige übergeben. Er holt die Laptops ab und installiert sie neu, wobei alle noch vorhandenen persönlichen Daten gelöscht werden. Ausgewählte Empfänger erhalten passende Geräte mit einer Einweisung und der Software, die sie für ihre Zwecke benötigen. Auch Handys, IPADS und Drucker werden immer wieder nachgefragt.

Wenn Sie Geräte spenden möchten, schreiben Sie bitte mit der genauen technischen Bezeichnung an spenden@helferkreis-asyl.com. Herr Dr. Steinacker wird Sie dann kontaktieren. Ihre Spende ist eine wertvolle Unterstützung für unserem Einsatz zur Integration der Flüchtlinge.

Heidi Maurer (Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn)


Quelle: Gemeindeblatt Hohenbrunn, Februar 2025, Seite 53






Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Januar 2025)

Gesucht Werden ...

Am 7. Dezember waren über 70 Flüchtlingsfamilien aus 17 Ländern zur traditionellen Nikolausfeier des Helferkreises eingeladen. Garten, Saal und Bastelstube im EJO, dem Haus der Evangelischen Jugend Ottobrunn, wurden vom Helfer-Team mit vielen Lichtern geschmückt. Die Besucher brachten ihre kulinarischen Spezialitäten zum Gebäck-Buffet mit. Für manche Kinder und Erwachsene war es das erste Mal, dass sie einem Nikolaus begegneten und Weihnachtslieder sowie Weihnachtsbasteleien rund um das Fest kennenlernen durften.

Kardinal Reinhard Marx betont: „Die Kirche muss sich für die Schwächsten einsetzen, und dazu gehören auch die Flüchtlinge. Es ist unsere Pflicht, ihnen zu helfen und sie in unserer Gesellschaft willkommen zu heißen.“ Dieses Gefühl der Willkommenskultur erleben die Besucher nicht nur während der Nikolausfeier, sondern auch jeden Monat im Café International, das vom Café-Team des Helferkreises im EJO angeboten wird.

Unsere ehrenamtliche Hilfe ist vielfältig. Menschen im Alter von 13 bis 90 Jahren engagieren sich im Helferkreis für Flüchtlinge. Lern-Paten bieten Nachhilfe in Deutsch, Mathe und weiteren Fächern, sei es regelmäßig oder bei der Prüfungsvorbereitung. Job-Paten unterstützen bei Bewerbungen für Ausbildungsplätze, Mini-Jobs oder Arbeitsstellen. Familienpaten stehen Familien in Alltagsfragen zur Seite. Menschen beim Aufbau eines neuen Lebens und der Integration in unsere Gesellschaft zu unterstützen, fremde Kulturen kennen zu lernen bereichert oft auch den Helfenden persönlich.

Aktuell werden Formular-Experten gesucht, die beim Ausfüllen von Anträgen helfen können, sowie Spielefreunde für Kinder und Kulturfreunde, die Interessierte gelegentlich zu kulturellen Veranstaltungen einladen. Darüber hinaus werden gebrauchte Laptops, Drucker und Handys benötigt, die von IT-Spezialisten im Helferkreis geprüft und aufbereitet werden, um sie anschließend an Schüler, Auszubildende oder Jobsuchende weiterzugeben. Wer nach der Weihnachtszeit ein nicht mehr benötigtes Gerät abgeben möchte, kann sich gerne an Dr. Michael Steinacker unter E-Mail spenden@helferkreis-asyl.com wenden. Zudem suchen wir IT-Profis, die Erwachsenen im Einzelunterricht Grundkenntnisse im Umgang mit Laptops vermitteln können, und weitere Lern- und Familienpaten.

Der Helferkreis arbeitet eng mit den Kirchen, Gemeinden und den Asylsozialarbeitern zusammen. Bei Sommerfest, Neujahrsempfang und Kultur Talks und Essen über’n Tellerrand wird die Geselligkeit gepflegt.

Möchten Sie nähere Informationen?

Schreiben Sie uns unter info@helferkreis-asyl.com. Wir treffen uns 3 x im Monat, mittwochs, 17 Uhr in St. Magdalena, gerne können Sie uns bei diesen Treffen kennen lernen. Die Termine sind im Schaukasten von St. Magdalena oder unter www.helferkreis-asyl.com, für Helfer / Organisatorisches zu finden.

Im monatlichen „Café International“ im EJO, Haus der Evangelischen Jugend
Ottobrunn, Gartenstraße 1, sind Gäste herzlich willkommen!
Der nächste Termin ist am Samstag, 25.01.2025, 15 – 17 Uhr.


Heidi Maurer, Sprecherin Helferkreis, St. Magdalena, heidi.maurer@t-online.de
Steffi Marrero, Sprecherin Helferkreis, Evang. Michaelskirchengemeinde und
Integrationsbeauftragte der Gemeinde Ottobrunn, stefanie.marrero@ottobrunn.de


Quelle: Monatsheft Pfarrverband Vier Brunnen - Ottobrunn, Januar 2025, Seite 12/13






Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Dezember 2024)

Essen über’n Tellerrand - Thanksgiving

Persönliche Begegnung in kleinem Kreis fördert Integration und gegenseitigen Austausch – nach diesem Motto lädt der Helferkreis Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn immer wieder zum „Essen über’n Tellerrand“ in der Kaiserstiftung ein, bei dem gemeinsam gekocht und gegessen wird.

Der Einladung zum Thanksgiving – Kochen und Essen am 26. Oktober folgten 27 Teilnehmer, Einheimische, Migranten, Flüchtlinge, u.a. aus Bulgarien, Bosnien, USA, Kamerun, Ruanda, Irak und Afghanistan.

Dick eingewickelt in Alufolie ruhte der 17 kg schwere „Turkey“ auf dem großen Schneidebrett, als sich die Gäste um die Kochtheke versammelten. Carol Zajac hatte den Truthahn drei Tage lang in Salzlake einge-legt, und dann zu Hause sieben Stunden im großen Ofen gebacken.

Carol berichtete über die Tradition, die sich aus dem ersten Thanksgiving Fest im Jahre 1621 entwickelt hat. Damals feierten die englischen Pilgerväter in Amerika zusammen mit den Ureinwohnern drei Tage ein Fest des Dankes für ihr Überleben im ersten Winter mit Hilfe der Indianer. Es ist heute der wichtigste Feiertag in Nordamerika, an dem die Großfamilie zusammenkommt, gemeinsam kocht und bei einem Festessen in besinnlichem Rahmen für alles Gute dankt, was sich im Laufe des Jahres ereignet hat.

Mit einem kleinen Koch Team bereitete sie in der Kaiserstiftung die traditionellen Beilagen zu: Süßkartoffelpüree mit Pekanüssen, Kartoffelstampf verfeinert mit Kräuterfrischkäse, die würzige Brotfüllung, Auflauf mit grünen Bohnen, Rosenkohl, Bratensoße und Cranberry-Marmelade. Ein Gast griff beherzt zu und zerlegte gekonnt das große Geflügeltier. Den Abschluss bildete ein Kürbiskuchen mit Frischkäse-Decke. „Jeder isst an Thanksgiving so viel, bis der Hosengürtel aufgemacht werden muss“, kommentierte Carol.

Auch 2025 wird es weiterhin das beliebte Essen über’n Tellerrand geben – genaue Daten sind im monatlichen Programm der Kaiserstiftung zu finden.


Amerikanisches Thanksgiving in der Kaiserstiftung,
Fotos: Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn

Quelle: Gemeindeblatt Hohenbrunn, Dezember 2024, Seite 33






Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Oktober 2024)

Die Einbürgerung

Information für Flüchtlingshelfer*innen

Die folgende Zusammenfassung des Gesetzes zur Modernisierung des deutschen Staatsbürgerschaftsrechts dient einer ersten Orientierung. Für Einzelheiten und Beratung konsultieren Sie bitte eine Rechtsberatung.

Seit März regelt ein neues Staatsangehörigkeitsgesetz (STAG) die Möglichkeiten und Voraussetzungen, um deutsche/r Staatsbürger*in werden zu können. Die Vorteile sind:

Erstens die wesentliche Verkürzung der Aufenthaltszeiten, die der Einbürgerung vorausgehen müssen, auf fünf Jahre (mit Deutschkenntnissen auf Niveau B1), sogar nur auf drei Jahre (mit Deutschkenntnissen auf Niveau C1 und besonderen Leistungen in Schule und Beruf sowie sozialem Engagement). Zweitens das Zugeständnis an Migranten und Flüchtlinge, mehrere Staatsangehörigkeiten besitzen zu können.

Weitere Voraussetzungen müssen jedoch erfüllt sein, vor allem eine auf Dauer angelegte Aufenthaltserlaubnis. Das heißt, alle Ausweise, auf denen Duldung (Aussetzung der Abschiebung) steht,sind ausgeschlossen. Aber auch, wer z.B. ein Abschiebungsverbots (§ 25, Abs. 3 AufenthG) hat, kann nicht gleich die Einbürgerung, sondern muss zuerst die Niederlassungserlaubnis beantragen. Also bitte immer als erstes auf den Aufenthaltstitel schauen! Ist die Einbürgerung damit möglich? Kinder werden bereits bei Geburt Deutsche. Ein Elternteil muss allerdings einen unbefristeten Aufenthaltstitel (z.B. die Niederlassungserlaubnis) vorweisen.

Die wichtigste und nun härter gewordene Voraussetzung für die Anspruchseinbürgerung ist, dass die Antragsteller*innen einen gesicherten Lebensunterhalt gewährleisten. Flüchtlinge müssen den Lebensunterhalt für sich und die unterhaltsberechtigten Familienangehörigen ohne Sozialhilfe (nach SGB II oder XII) bestreiten können. Die Unterhaltsregelung ist strenger als bisher und hat vor allem Kritik hervorgerufen, weil nun Behinderte, Rentner, Erwerbsunfähige, pflegende Angehörige, Alleinerziehende, Auszubildende und Studierende keinen gesetzlichen Anspruch mehr auf Einbürgerung haben. Für Azubis stellt das eine Verschlechterung gegenüber dem alten Gesetz dar. Eine Ausnahme besteht nur, wenn die Ausbildungsvergütung hoch ist und eine eigene Wohnung vom Azubi selbst oder den verdienenden Eltern finanziert werden kann. Andere Ausnahmen werden eventuell auch berücksichtigt, es handelt sich jedoch dann jeweils um eine Ermessenseinbürgerung.

Für die Einbürgerung muss der Test Leben in Deutschland erfolgreich absolviert und ein Bekenntnis zur freiheitliche demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik (wozu die Gleichberechtigung der Frau gehört) abgelegt werden sowie ein Bekenntnis zur historischen Verantwortung, nie wieder Antisemitismus und Rassismus in Deutschland zuzulassen.

Eine ausführliche Broschüre der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flücht-linge und Integration ist: Mein Weg zum deutschen Pass.

Alle wichtigen Informationen zur Einbürgerung finden Sie hier,
oder über die Startseite unter dem Stichwort „Einbürgerung“

Claudia Bernardoni (Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn)






Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Oktober 2024)

Informationsabend zum Bayerischen Schul- und Ausbildungssystem (Präsentation)

Das duale Ausbildungssystem in Bayern

Alle Eltern wollen für ihre Kinder die beste Schule! Für viele Geflüchtete ist unser Bildungssystem sehr fremd, eine berufliche Bildung wie in Deutschland ist völlig neu, und die vielen Zugänge zu den unterschiedlichen Schulabschlüssen nicht immer leicht zu verstehen. Die Präsentation gibt einen Überblick, Einzelgespräche können weiterhelfen. Es wird erklärt, welche unterschiedlichen Möglichkeiten es gibt, einen Schulabschluß zu machen und wie es dann weitergeht.

Einen Überblick über das Bayerische Schulsystem und weitere Information finden Sie auch auf den Seiten "Mein Bildungsweg" des Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus.




Helferkreis Asyl (Juli 2024): Ukrainisches Sommerkonzert

»Die Sonne scheint für uns« (Video)

Die Sonne scheint für uns, war das Motto und der Titel eines Liedes beim Konzert der ukrainischen Community, das am 30. Juni 2024 im Wolf-Ferrari-Haus in Ottobrunn stattfand. Nach Kriegserlebnissen und Flucht, haben die ukrainischen Flüchtlinge bei uns in Sicherheit und von vielen willkommen geheißen, wieder den Sonnenschein auf ihrem Leben gespürt, so Olha Voitsun, die Sprecherin der Gruppe.

Der Konzertsaal war voll besetzt, als die Integrationsbeauftragte Stephanie Marrero das Publikum begrüßte. Das Programm mit Musik, Tanz und Ballett, Solos und Chören aus dem reichen Schatz der ukrainischen Volkslieder, alle Beteiligten in Tracht, besinnlich und lustig, lyrisch und patriotisch, bekam großem Applaus. Die Organisation von Liudmyla Gryshko war perfekt, die Texte und die Moderation von Yuliia Borschch und Vsevolod Khrystenko auf Deutsch waren erstaunlich gut, der Chor Tschar Zillya und der Kinderchor Mandryky unter Leitung von Maryna Mokrynska und die Ballettkünste der Mädchen und der Kosakentanz der Kinder unter Zhanna Ditkovska mitreißend.

Bei diesem Benefiz-Konzert wurde deutlich, dass die intensive Pflege der heimischen Kultur das Engagement der Gruppe für die Freiheit und Souveränität der Ukraine ausdrückt.

Claudia Bernardoni (Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn)










Engagierte Ukrainerin beim Helferkreis Asyl (Juli 2024)

Hilfe für Landsleute

Beim russischen Angriff auf die Ukraine lebten Olha Voitsun und ihre Familie schon seit fünf Jahren in Ottobrunn; die Ukrainerin hatte sich 2017 erfolgreich auf eine Stelle an der Bundeswehr-Universität beworben. »Nach dem Überfall auf meine Heimat weinte ich, doch dann spürte ich: Du musst etwas tun, du musst helfen,« so Voitsun. Daraus entstand ein einzigartiges Unterstützungsnetz für die Flüchtlinge aus der Ukraine.

Ihr erster ehrenamtlicher Einsatz war die Übersetzung von TraumaHilfen, die online angeboten wurden, ins Ukrainische. Zusammen mit der Integrationsbeauftragten der Gemeinde, Stefanie Marrero, bereitete die heute 42-Jährige ein Netzwerktreffen vor, bei dem die Mitarbeiterinnen des Sozialamts den Flüchtlingen Auskunft über Kindergarten, Schule und Soziales gaben. Im Internet baute Olha Voitsun den Kontakt unter den ukrainischen Flüchtlingsfamilien auf. Erste Hilfsprojekte waren eine Malgruppe für Kinder und Mütter und ein Schwimmkurs für Kinder. Die Pflege der ukrainischen Kultur bedeutet den Geflüchteten viel. Organisationstalent Olha Voitsun kümmert sich um die Treffen und Feste mit Gesang und Volkstanz in traditioneller Tracht. Dabei sind Gäste aus Ottobrunn und den benachbarten Gemeinden immer willkommen.

Weitere Infos zu den ukrainischen Veranstaltungen gibt es auf Nachfrage per E-Mail: ukraine.imher zen.4ever@gmail.co.

Claudia Bernardoni (Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn) / MO

(Quelle: Gemeinde-Journal "Mein Ottobrunn", 07/2024, Seite 19)






Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Juni 2024)

Ukrainisches Sommerkonzert (Flyer)


Die Ukrainerinnen aus unseren Gemeinden laden zum Ukrainischen Sommerkonzert ein,
unter dem Motto "Die Sonne scheint für uns" mit Musik, Tanz, Gesang, in traditionellen Trachten.



Termin:    Sonntag, 30.6.2024, 18:30 Uhr, Einlass ab 18 Uhr
Ort:     Wolf-Ferrari-Haus, Ratssaal
Eintritt frei






Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Juni 2024)

Talk am Abend: „Meine Deine Unsere Kultur“

Afrikanische Masken und Kopfbedeckungen
Wo können sich Flüchtlinge mit Einheimischen intensiv über die verschiedenen Kulturen austauschen, Missverständnisse und Unsicherheiten abbauen und besser verstehen lernen? In der Kaiserstiftung in Riemerling wurde ein vertrauter Ort gefunden, an dem seit 2021 regelmäßig Talk Abende stattfinden, in denen über Kultur, Geschichte, Religion, Politik und Alltagsrealität eines Landes gesprochen wird.

In den von Dr. Claudia Bernardoni moderierten Gesprächen berichteten Flüchtlinge, die in unseren Gemeinden leben, aus ihren Heimatländern Syrien, Iran, Senegal, Ukraine, Türkei. Auch der lebensbedrohliche Weg nach Europa und der schwierige Weg der Integration wurden geschildert. Helferkreis-Mitglieder gaben persönliche Einblicke in die Schönheit ihrer Herkunftsländer Kamerun, Bosnien, Malaysia, Georgien. Traditionelle Gewänder aus diesen Ländern, bunte Kopftücher aus der Ukraine, senegalesische und bosnische Lieder, Bücher, Gedichte, Foto-Präsentationen und kulinarische Kostproben bereicherten die Abende.

Die Abende schaffen nicht nur Verständnis und Wertschätzung, sondern auch eine Brücke zwischen den Kulturen und Menschen verschiedener Herkunft.

Zum nächsten Kultur Talk „Irak“, einem Land, das oft als „Wiege der Zivilisation“ bezeichnet wird, laden wir herzlich ein: am Freitag, 14. Juni, 19 Uhr. Die Anmeldung erfolgt über die Kaiserstiftung.

Quelle: "Gemeindeblatt Hohenbrunn", 06/2024, Seite 51





Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (April 2024)

Jahresbericht 2023

Die oft langfristige Unterstützung des Helferkreises galt ca. 300 Personen, überwiegend Familien, die Hälfte davon Kinder und Jugendliche. Die meisten wohnten in dezentralen und zwei vom Landratsamt angemieteten Hotels oder in eigenen Wohnungen. Die zu uns geflüchteten Menschen kommen aus Afghanistan, Syrien, Ukraine, Irak, Nigeria, Somalia, Uganda, Türkei, Eritrea, Äthiopien, Pakistan, Ghana, Myanmar, Jemen.

Integration setzt einen gesicherten Aufenthaltsstatus voraus. Eine Familie erhielt die Einbürgerungsurkunde, weitere Berufstätige eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis. Vier langjährig Geduldete nutzten das neue Chancenaufenthaltsrecht, um sich weiter zu integrieren.

35 Lernpaten unterstützten Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sie halfen beim Lernen für die Berufsschule, auf den Quali-Abschluss, auf Prüfungen in Integrationskursen. Der Arbeitskreis Job & Ausbildung begleitete bei der Suche nach Praktika, Ausbildungen, zu Jobbörsen und bei Bewerbungen. IT-Experten gaben gespendete Laptops und Handys an Flüchtlinge weiter und unterstützten mit Computer-Wissen. Paten ermutigten bei der schweren Suche nach einer bezahlbaren Wohnung und halfen beim Umzug.

Das Café International, Essen über’n Tellerrand, Kultur Talks, Dorffest in Hohenbrunn, Friedensgebet in St. Magdalena und die Weihnachtsmärkte boten Geflüchteten und Einheimischen Gelegenheit einander kennen zu lernen. 26 Flüchtlinge waren Mitglied im Helferkreis Asyl, weitere waren ehrenamtlich in verschiedenen sozialen Organisationen und Vereinen in unseren Gemeinden tätig.

In regelmäßigen Helferkreis-Treffen, beim Sommerfest und der Weihnachtsfeier konnten sich die 145 Helferkreis-Mitglieder austauschen.

Spenden von Privatpersonen, Organisationen, Kirchen, Stiftungen und Gemeinden ermöglichten es, individuell und unbürokratisch zu helfen, und mit Angeboten die Integration der Geflüchteten zu fördern. Dafür allen Spendern herzlichen Dank!

Der ausführliche Jahresbericht ist auf der Homepage unter www.helferkreis-asyl.com "Presse/Nachrichten“ zu finden. Kontakt unter Mail: info@helferkreis-asyl.com

Quelle: "Gemeindeblatt Hohenbrunn", 04/2024, Seite 50





Der Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn lädt ein (April 2024):

Ukrainisches Frühlingsfest "VETSCHORNYZI"







Helferkreis Asyl ist an der Seite ukrainischer Geflüchteter (März 2024)

»Wir leben noch!«

Beim Vetschornyzi-Fest im Januar, das die ukrainischen Geflüchteten im Pfarrsaal von St. Magdalena feierten, gab es Musik, Gesang, Tanz und eine Theateraufführung. Auch Liudmyla (l. in der Hocke), Yuliia (4.v.l. in der Hocke) und Maryna (hinter kniendem Mädchen in pinker Hose) waren dabei. Foto: privat
Über zwei Jahre sind seit dem russischen Angriff auf die Ukraine vergangen; über eine Million Kriegsflüchtlinge leben in Deutschland, davon rund 350 in Ottobrunn. Wie geht es den geflohenen Ukrainerinnen?Was haben sie erlebt – zuhause und in den zwei Jahren hier? Claudia Bernardoni vom Helferkreis Asyl hat mit drei Ukrainerinnen gesprochen. Ihr trauriges Fazit: Krieg verlangt Opfer, zerreißt Familienbande und bedeutet Schmerzen, auch für diejenigen, die in Sicherheit sind.

Flucht zur Schwester
Liudmyla G. (49 Jahre) ist in Isjum, einer Stadt im Verwaltungsbezirk Charkiw, geboren. Sie hat klassisches Ballett, Volkstanz, Breakdance und Kulturmanagement studiert und leitete in ihrer Heimatstadt eine eigene Tanz- und Modeschule. Im Februar 2022 wurde Isjum von den russischen Truppen angegriffen und war Schauplatz heftiger Kämpfe. Liudmyla verbrachte im russischen Bombenhagel eine Woche im Keller. Sie beschloss, allein zu fliehen, ihre Kinder sind erwachsen. Noch im Februar 2022 floh sie mit einem Koffer voller Fachbücher und einem Korb mit ihrem Kater Avatar. »Ich habe geglaubt, der Krieg wäre schnell vorbei«, sagt sie. Zum Glück hatte und hat Liudmyla eine Schwester in Ottobrunn, die vor sechs Jahren mit ihrer Familie wegen einer Stelle an einer Universität nach Deutschland kam.

Sorge um Angehörige
Yuliia B. (39 Jahre) lebte mit ihrer Familie in Kyiv (deutsch bisher Kiew). Ihr ältester Sohn studierte Mathematik, der mittlere ging in die 8. Klasse und der jüngste in den Kindergarten. Yulliia arbeitete als Finanzbuchhalterin in einer IT-Firma, ihr Mann hatte eine Baufirma. Am ersten Tag des russischen Angriffs auf Kyiv und Umgebung hörten sie Explosionen und Schüsse, die Sirenen heulten. Zuerst flüchteten sie aus der Stadt in einen Ort 100 km südlich von Kyiv, wo Yuliias Eltern leben, und waren in relativer Sicherheit. Aber sie waren in Sorge um Yuliias Schwester und deren Familie in einem Dorf bei Kyiv, das russische Truppen am 8. März besetzt hatten. Der Kontakt brach ab. In den Medien hörte man schreckliche Nachrichten über erschossene Männer und entführte Frauen. Endlich rief die Schwester an und sagte nur drei Worte: »Wir leben noch!« Yuliia hatte eine Bekannte in München. Die Familie setzte sich in ihr kleines Auto und fuhr drei Tage, bis sie hier ankamen. Yuliias Mann ist nach Kyiv zurückgekehrt und dient seither in der Armee.

Panikattacken wegen Raketenangriffen
Auch Maryna D. (15 Jahre) lebte mit ihrer Mutter in Kyiv. Dort erlebten sie 2022 zehn Tage lang Bombenangriffe; sie entschlossen sich, Kyiv zu verlassen. Beide fuhren in einem wegen der Angriffe verdunkelten Zug nach Lemberg und hatten einen längeren Halt, weil eine Straße vermint wurde. Doch auch dort gab es Raketenangriffe. Maryna bekam Panikattacken. Sie flohen weiter über die polnische Grenze und stiegen in einen Flüchtlingszug nach Deutschland. Für Maryna und ihre Mutter gab es über ihre freie evangelische Kirche einen Kontakt zur Münchner Schwestergemeinde.

Gut aufgenommen
Alle drei fanden in Ottobrunn GastgeberInnen, die mit ihnen mitfühlten. Mit großer Hilfsbereitschaft öffneten sie ihre Häuser und Wohnungen für die Kriegsflüchtlinge. Liudmyla musste zehn Monate in einer Sozialwohnung mit viel LärmimNorden von München überstehen, ehe sie in ein kleines Appartement im Haus eines Helferkreismitglieds ziehen konnte. Yuliia fand in ihrer Gastgeberin eine Freundin und zog schließlich in eine Wohnung in Riemerling. Maryna und ihre Mutter fanden ebenfalls gute Freunde in ihrer Gastfamilie. Mit deren Hilfe bekamen sie später eine Wohnung an der Ortsgrenze zu Riemerling.

Inzwischen haben alle drei große Fortschritte gemacht: Liudmyla spricht Deutsch auf Berufschulniveau und lernt weiter. Sie arbeitet als Schwimmlehrer-Assistentin und bringt im Rahmen des Helferkreises einzelnen Flüchtlingen das Schwimmen bei. Yuliia hat ihren ersten Integrationskurs abgeschlossen und lernt weiter, um die Voraussetzungen für einen Finanzbuchhaltungskurs zu erfüllen.

Maryna besucht die neunte Klasse der hiesigen Realschule und ist außerdem Online-Schülerin eines Gymnasiums in der Ukraine. Ihr Ziel ist es, an der ukrainischen Universität München zu studieren.

Viele der UkrainerInnen fühlen sich inzwischen wohl in Ottobrunn. Sie haben viele Kontakte zum Helferkreis und pflegen ihre Kultur, die sie den Einheimischen gerne mit Musik und Tanz bei diversen Christkindlmärkten, beim ukrainischen Frühlingsfest in Hohenbrunn oder bei dem Helferkreis- Event »Essen über’n Tellerrand « (nächster Termin: Sa., 20.04., 16.00 Uhr, Seniorentreff Kaiserstiftung, Infos unter 089/ 61101228 -0) nahebringen wollen.

Claudia Bernardoni (Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn) / MO

(Quelle: Gemeinde-Journal "Mein Ottobrunn", 04/2024, Seite 18)





Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn: Nachruf für Ulla Wolf (Februar 2024)

Großes Herz für große Bedürfnisse

Ulla Wolf (2.v.li.): im Café International
Foto privat
Ulla Wolf ist am 25. Januar kurz nach ihrem 78. Geburtstag, den sie noch mit Freundinnen feiern konnte, gestorben. Seit 2013 war sie in unserem Helferkreis als eine der aktivsten Helfer*innen tätig und nicht zuletzt durch ihre reiche Auslandserfahrung, ihre ausgezeichneten Sprachkenntnisse und ihre Professionalität im Bereich Deutsch als Fremdsprache und Integration prägend für unsere Arbeit.

Ulla Wolf ist in Gütersloh geboren, in München ins Gymnasium gegangen und hat an der Ludwig-Maximilians-Universität Soziologie studiert. Mit ihrem Mann, der beim Goethe-Institut arbeitete, ging sie nach Griechenland, Mexiko und kurz auch nach Argentinien. Mit ihren drei Kindern kehrte sie nach Deutschland zurück, bewarb sich in Bonn beim Goethe-Institut und wurde Ende der 1990er Jahre Sprachabteilungsleiterin in St. Petersburg und später in Algerien. 2010 im Ruhestand zog sie nach Ottobrunn, wo ihre beste Freundin Gesa lebte.

Ulla Wolf (li): Vorbereitungen zum Sprachkurs. Foto: privat
Ulla initiierte die ersten Deutschklassen für die hiesigen Flüchtlinge, als es noch keine Deutschkurse für Geflüchtete im Asylverfahren und zunächst auch keine VHS-Kurse und kein offizielles Unterrichtsmaterial gab. Später unterstütze sie Deutschlernende mit Einzelunterricht, zum Beispiel eine somalische Mutter mit kleinen Kindern oder Fortgeschrittene bei der Vorbereitung auf Prüfungen. 2016 gründete sie gemeinsam mit einem kleinen internationalen Team in den Räumen des Evangelischen Jugendzentrums in der Gartenstraße das Café International, Treffpunkt für Geflüchtete aus unterschiedlichen Herkunftsländern und Ottobrunner Bürgerinnen und Bürgern. Aber sie kümmerte sich auch als Familienpatin in besonderer Weise um Frauen. Zum Beispiel betreute sie jahrelang eine afghanische junge Frau, die in der Berufsschule gemobbt wurde und es lange Zeit schwer hatte. Oder sie unterstützte eine Syrerin mit zwei Kindern, die persönlich auf einem schwierigen Weg zu einer sozial und beruflich sehr qualifizierten Integration war.

Als sei das alles nicht genug, war sie zudem sechs Jahre lang im Kirchenvorstand der evangelischen Michaelskirchengemeinde, aktiv im Arbeitskreis Tansania und in der Redaktion des Gemeindebriefs der Michaelskirche. Von 2013 bis 2019 war sie im Aufsichtsrat der Volkshochschule für die Gemeinde Ottobrunn, zeitweise als Vorsitzende.

In Ulla Wolf verlieren wir alle eine offene, lebhafte, den Menschen zugewandte und sehr engagierte Freundin.

Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn

(auch: Gemeinde-Journal "Mein Ottobrunn", 03/2024, Seite 17)





Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Februar 2024)

Taufe in der Äthiopisch-Orthodoxen Tewehado Kirche

Helferkreis-Paten werden von ihren Flüchtlingsfamilien immer wieder zum Mitfeiern wichtiger Lebensstationen eingeladen.

Die Patin Herma Willenbrink feierte mit einer äthiopisch-eritreischen Familie am Sonntag vor Weihnachten die Taufe des Sohnes in der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo Debre Bisrat St. Gabriel Kirche in München. Sie berichtet: „Morgens 6 Uhr waren wir in der Kirche, um die Vorgebete mitzuerleben, die schon eine Stunde früher begonnen hatten. Zwei Priester, Diakone und Kirchensänger leiteten die Gebete. Ich war beeindruckt vom Kirchenraum: ganz ausgelegt mit Teppichen, eine Ikonastase, die das Allerheiligste abtrennt, bemalt mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, Weihrauchduft. Männer, Frauen und Kinder waren in festlichem Weiß gekleidet. Um 7 Uhr begann der Gottesdienst. Die Tauffamilie wurde in einen Nebenraum gebeten. Dort stand ein großes kupfernes Taufbecken, gefüllt mit warmen Wasser. Ein Priester und ein Diakon vollzogen mit feierlichen Gesängen und Gebeten den Taufritus. Weihrauchduftwolken durchzogen den Raum. Der Körper des Kindes wurde vom Priester eingesalbt und als Höhepunkt dreimal im Wasser des Taufbeckens untergetaucht - ohne dass der Junge geweint hat.

Zu Hause feierte die Familien dann mit vielen Besuchern fröhlich und glücklich bei gutem, typisch äthiopischen Essen.“

Nachweislich gibt es die äthiopisch-orthodoxe Kirche schon seit dem 4. Jahrhundert.

Wie wichtig für die Gemeindemitglieder die ihnen heimatlich vertraute Atmosphäre ist, ist bei solchen Anlässen spürbar. Die Riten und Bräuche der altorientalisch afrikanischen Kirche haben eine große, auch symbolische Bedeutung für die Gläubigen. Es tut den Menschen gut, diese in Gemeinschaft bei uns in Deutschland praktizieren zu können.

Quelle: "Gemeindeblatt Hohenbrunn", 02/2024, Seite 50





Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn (Februar 2024)

Jahresbericht 2023

2023 war das Engagement der Mitglieder des Helferkreises nach drei Jahren wieder ohne Corona bedingte Einschränkungen möglich. Die oft langfristige Unterstützung galt 300 Personen aus den verschiedensten Herkunftsländern, überwiegend Familien, darunter ca. die Hälfte Kinder und Jugendliche. Die meisten wohnen in Ottobrunn, Riemerling und Hohenbrunn, in dezentralen und zwei größeren Asyl-Unterkünften des Landratsamtes oder in eigenen Wohnungen.

Die zu uns geflüchteten Menschen kommen aus Afghanistan, Syrien, Ukraine, Nigeria, Somalia, Irak, Uganda, Türkei, Eritrea, Äthiopien, Mali, Pakistan, Senegal, Indonesien, Bangladesch, Myanmar, Georgien, Aserbeidschan, Ghana, Jemen, Indonesien.


Unterstützung für Flüchtlinge aus der Ukraine
Einige Ukrainer/innen wurden Mitglied im Helferkreis, übersetzen, informieren in einer lokalen Whatsapp-Gruppe, organisieren.

Bis Juli traf sich die therapeutische Malgruppe für Frauen und Kinder in St. Albertus Magnus Ottobrunn. Parallel dazu fanden ein Deutsch-Übungskurs und ein Sprachkurs für Kinder statt. Die ukrainischen SeniorInnen waren bis zu den Sommerferien alle 14 Tage ins Seniorencafé Ukraine in die Kaiserstiftung Riemerling eingeladen. Bei einem Ukrainischen Frühlingsfest im Stephani-Haus in Hohenbrunn konnten die Besucher eine Ausstellung von Bildern, Büchern und Handarbeiten besuchen und Musik, Tanz und Essen genießen.


Vollendete Integration durch Einbürgerung
Die Einbürgerung setzt nach dem bisher geltenden Recht einen achtjährigen erlaubten und auf Dauer angelegten Aufenthalt, bei Verantwortung für eine Familie und sehr guten Integrationsleistungen mindestens einen sechsjährigen Aufenthalt sowie finanzielle Eigenständigkeit und weiteres voraus. Für viele Geflüchtete ist die Einbürgerung das große Ziel und bringt viele Vorteile. Im Jahr 2023 erhielt eine kurdische Familie aus Syrien, der Vater Schaltschrankelektroniker, der Sohn Maschinenbau-Auszubildender, die Mutter im Verkaufsminijob mit zwei jüngeren Kindern die deutsche Staatsangehörigkeit. Ein syrischer Betriebselektroniker mit Familie beantragte sie für sich.

Niederlassungserlaubnis als Garant der Sicherheit und Abschluss des Flüchtlingsdaseins
Die Niederlassungserlaubnis ist ein unbefristeter Aufenthalt mit allen Rechten bis auf spezielle Staatsbürgerrechte und verleiht Geflüchteten Entwicklungsfreiheit in unserer Gesellschaft. Sie setzt meist einen fünfjährigen erlaubten Aufenthalt und fünf Jahre Beitrag in der Rentenversicherung und gesicherten Lebensunterhalt voraus. Heranwachsende in der Ausbildung genießen Erleichterungen. Deshalb ist die Niederlassungserlaubnis oft die notwendige Vorstufe für die Einbürgerung. 2023 erhielten ein afghanischer Kältetechniker in Ausbildung, ein afghanischer Familienvater und Autolackierer sowie eine ugandische zahnmedizinische Fachangestellte die Niederlassungserlaubnis. Ein afghanischer Auszubildender zum Verkäufer, eine nigerianische Schülerin mit Abschluss und Ausbildungsvertrag sowie ein afghanischer Koch mit Arbeitsplatz in Ottobrunn beantragten die Niederlassungserlaubnis.

Das Chancenaufenthaltsrecht für langjährig Geduldete
Das Aufenthaltsrecht als Chance für eine bessere Integration setzt voraus, dass die Nutznießer sich bereits am 1. Januar 2022 fünf Jahre ununterbrochen in Deutschland aufgehalten haben. Es ist also eine Altfallregelung. Diese Aufenthaltserlaubnis ist mit einer Arbeitserlaubnis verbunden und gilt für 18 Monate. Danach müssen die Bedingungen für den Antrag als nachhaltig integrierte Arbeitnehmer*innen gegeben sein. In vier Fällen konnten Geflüchtete bei uns diese Chance wahrnehmen: Eine nigerianische Familie mit vier Kindern, ein nigerianischer Familienvater, dessen Frau und Kinder bereits Aufenthaltserlaubnisse haben, eine pakistanisch/indonesische Familie mit einem Kind und ein alleinstehender Somalier.

Familiennachzug – für alleinstehende Flüchtlinge Sehnsucht und Problem
Keineswegs alle Aufenthaltserlaubnisse berechtigen einen Flüchtling, seine Frau und/oder seine Kinder mit einem gültigen Visum aus dem Ausland nachzuholen. Die beste Möglichkeit, einen Familiennachzug zu beantragen, besteht, wenn man die Niederlassungserlaubnis – wenn nicht die Staatsbürgerschaft – besitzt. Erschwerend kommt die Überlastung der Deutschen Botschaften in den betreffenden Herkunftsländern – oder meist in Nachbarländern der Staaten, aus denen die Antragsteller geflohen sind – hinzu, sodass monatelange, manchmal jahrelange Wartezeiten in Kauf genommen werden müssen. Im Jahr 2023 konnte ein syrischer Familienvater seine Frau und zwei Söhne aus dem türkischen Erdbebengebiet nach Ottobrunn bringen.

Andere Einreisen wegen Familieneinheit
Ein somalischer Minderjähriger konnte nach über einem Jahr in einem zyprischen Flüchtlingslager hierherkommen, weil er in Ottobrunn eine Tante hat und die Bundesregierung das Asylverfahren übernommen hat.

Aber die Schwierigkeiten des Nachweises der Heirat, die Hindernisse beim Erhalt von Visa oder die Unmöglichkeit des Familiennachzugs aufgrund des geltenden Aufenthaltsrechts veranlassten einige Personen, die Familieneinheit faktisch durch Einreise herzustellen. Der/die Ankommende muss dann ein Asylverfahren durchlaufen und zeitweise in einer Erstaufnahmeeinrichtung wohnen. Ein afghanischer Familienvater aus Usbekistan kam nach Bayern, um bald mit seiner Frau (abgeschlossene Ausbildung und Arbeitsplatz im Büromanagement und eigene Wohnung) und seinen vier Kindern zusammen zu leben.


Integration durch Arbeit

Der Arbeitskreis Job & Ausbildung unterstützte und ermutigte bei der Suche von Praktika, Aus-bildungs- und Arbeitsplätzen. Helferkreis-Mitglieder übten mit Bewerber/innen Bewerbungsgespräche. Berufsschüler/innen erhielten Nachhilfe und Laptops. Bei Arbeitsverträgen, Lohnabrech-nungen, Steuer- und Versicherungsfragen wurde beraten und in der Kommunikation mit Arbeitgeber und Behörden unterstützt.

  • Eine Auszubildende erhielt ihr Abschluss-Zertifikat als Pflegerin, drei als Pflegefachhelfer/in.
  • Zwei Absolventen der Carl-Steinmeier-Mittelschule starteten im Sommer ihre Ausbildungen zum Elektroniker, ein junger Mann lernt weiter auf eine Pflegefachschule zum Pfleger. Ein junger Afrikaner musste lange auf die Ausbildungs-Genehmigung zum Maler warten.
  • Ein großes Anliegen ist es, Mütter durch individuelle Begleitung für einen Beruf zu qualifizieren. Eine Mutter schloss die Ausbildung zur Pflegefachhelferin ab und arbeitet jetzt im Krankenhaus. Eine andere bestand die Qualifizierung zur Hauswirtschaftsassistentin, sie konnte eine Arbeitsstelle am Wohnort finden. Eine Mutter begann ihren Berufseinstieg im Bereich der Mittagessens-Ausgabe in der Grundschule, eine andere konnte ihren Minijob dort auf Teilzeit ausweiten. Weitere Mütter begannen ihren Berufseinstieg im Minijob an der Kasse im Supermarkt, im Biomarkt, im Gemüseladen. Eine Mutter schloss die Ausbildung zur Kauffrau im Büromanagement ab und fand eine Arbeitsstelle im Büro, die mit der Kinderbetreuung vereinbar ist.
  • Ein Student konnte nach Abschluss des Masterstudiums in München als Quereinsteiger in der Asylsozialberatung beginnen. Ein Familienvater mit Vorerfahrung erhielt nach einem längeren Praktikum einen Job an der Tankstelle, und kann dort seine Deutschkenntnisse weiter ausbauen. Mit einer Arbeitsgenehmigung über das Chancenaufenthaltsrecht konnte ein Familienvater endlich eine Arbeit im Lager beginnen.
  • Für ältere Menschen ohne gute Deutschkenntnisse und anerkannte Berufsabschlüsse ist es schwierig, passende Arbeitsstellen zu finden. Mini-Jobs im Bereich Gartenpflege oder Zeitungs-zustellung am frühen Morgen ermöglichten einen ersten Einstieg.

Integration durch Sprache und Bildung

Kursplätze mit Kinderbetreuung oder Alphabetisierung sind immer noch rar. Teilnehmende an den Deutsch-Integrationskursen haben meist wochen- und monatelange Pausen beim Warten auf die Prüfungsergebnisse vom BAMF und den Start von Anschluss- oder Wiederholungskursen. Die Nachricht, dass eine Deutsch Prüfung nicht bestanden wurde, führt oft zur Resignation.

Für die ukrainischen Familien mit Kindern in den Brückenklasse der Grund- und weiterführenden Schulen war es in den Sommerferien ein schwerer Entschluss, ihre Kinder, die in den Brücken-klassen oft noch zu wenig Deutsch gelernt hatten, ab September für die Mittelschulen anzumelden. Realschule, Gymnasium oder die ukrainische Schule in München kamen nur für einzelne in Frage. Manche nehmen weiterhin parallel nachmittags am Online-Unterricht ihrer ehemaligen ukrainischen Schulen teil, um dort einen Abschluss machen zu können.

  • 35 Ehrenamtliche waren als Lernpaten/-patinnen tätig, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Gute Kontakte zu den Klassenlehrern ermöglichten das Bearbeiten von Wissenslücken mit den Schülern. Für einzelne Schüler/innen wurden Mathe-Kurse zur Prüfungsvorbereitung und Feriendeutschkurse an den Volkshochschulen finanziert.
  • Für Menschen, die Deutsch sprechen, aber nicht sicher lesen und schreiben können, bietet die VHS Südost einen wöchentlichen Alpha+ Kurs an. Sechs Mütter und Väter nahmen am Unterricht teil, und verbessern dadurch ihre beruflichen Chancen.
  • Die IT-Experten im Helferkreis bereiten gespendete Laptops, PCs, Drucker und Handys auf und geben diese an die Flüchtlinge weiter. Sie übergeben die Geräte angepasst an die Bedürfnisse des Empfängers, unterstützten bei der Installation, beim Netz-Zugang und helfen bei Störungen weiter.
  • Intensiv wurden junge Menschen auf ihre Schulabschlüsse vorbereitet. Zwei Jugendliche legten den Quali an der Mittelschule ab. Vier Jugendliche erwarben die Mittlere Reife an Mittelschulen und der Realschule.
  • An drei Samstagen im Winter lernten 12 Mütter und Väter in einem Sonderkurs der VHS Süd-ost „Erste Schritten am PC“.

Integration durch gesicherte Wohnverhältnisse

Der Helferkreis unterstützte bei der Wohnungssuche, bei Mietverträgen, der Kommunikation mit Behörden, mit Zuschüssen zur Kaution und Transporter-Miete, beim Transport, der Möbelbeschaffung, Möbel- und Lampenmontage, mit Umzugskartons, bei Internet- und Stromverträgen. Dadurch werden immer wieder Asylunterkünfte des Landratsamtes frei.

Eine afghanische Familie erhielt über den Verein Fair Mieten eine Wohnung in Oberhaching. Für fünf ukrainische Familien und zwei Frauen wurden Wohnungen gefunden. Zwei junge Facharbeiter erhielten über ihre Arbeitgeber Wohnungen. Eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern musste aus ihrer gekündigten Asyl-Wohnung in eine andere Asylunterkunft am Ort ziehen. Eine syrische Familie, ein Syrer und eine afghanische Mutter mit Tochter lebten in Obdachlosenunterkünften der Gemeinde Hohenbrunn und Ottobrunn. Für sie konnte noch keine Wohnung gefunden werden.


Integration durch Teilhabe am sozialen Leben

Lern- und Familienpaten fördern und begleiten die Teilhabe von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen am sozialen und gesellschaftlichen Leben in unseren Gemeinden. Dazu gehören auch gemeinsame Besuche von örtlichen Festen, Sportvereinen, Ramadama-Aktionen.

  • Anfang März begannen die Übungsstunden für Kinder im Schulschwimmbad. Von April bis Juli konnten dank eines zertifizierten Schwimmlehrers zwei Kurse mit 15 Kindern stattfinden. Bis Dezember ging das Training für 6 Kinder und 2 Mütter weiter, angeleitet von Helferkreis-Mitgliedern.
  • In den Ferien wurde die Teilnahme von Kindern am Sportcamp des TSV Ottobrunn, an der Ferieninsel Hohenbrunn des KJR, am Sommerprogramm der VHS Südost, an Fußball- und Pfadfinder Camps gefördert. Die Kinder erhielten Karten für das Phönix Bad. Familienpaten unternahmen mit den Kindern Ausflüge, u.a. in den Märchenpark, auf den Bauernhof.
  • Die Fußballmannschaft Ramasuri feierte ihr zehnjähriges Jubiläum - einmal im Biergarten nach einem Turnier, ein zweites Mal mit einer Foto Show und afghanischem Essen, das ein Mitglied zubereitete. Einige neue Spieler kamen dazu. Bei den Trainingszeiten ist Flexibilität nötig, da viele am Wochenende arbeiten. Die Spieler unterstützten sich gegenseitig – mit Tipps für die Berufswahl, bei der Suche nach Praktikumsplätzen.
  • Das Team des Café International veranstaltete monatlich ein Café zur Begegnung von Flücht-lingen, Migranten und Einheimischen im Haus und Garten der Evangelischen Jugend EJO. Neu Zugezogene lernen sich kennen, in Gesprächen werden Informationen ausgetauscht und Hilfen vermittelt. Im Juli wurde zusammen mit DIKO e.V. das muslimische Opferfest gefeiert, im Dezember kam der Nikolaus ins Café.
  • In die Kaiserstiftung Riemerling lud der Helferkreis zu sechs Kultur Talks ein. Die Gäste aus der Türkei, Malaysia, Syrien, dem Kamerun, mit russlanddeutschen Wurzeln berichteten aus Kultur, Geschichte, Alltag und über die aktuelle Situation in ihren Heimatländern.
  • Das Projekt „Kochen über’n Tellerrand“ tischte auf. Köchinnen und Köche bringen ihre Rezepte und Esskultur ein, unterhalten sich in Deutsch und anderen Sprachen, die Gäste an der Tafel kommen in persönlichen Kontakt. An sechs Terminen wurde in der Kaiserstiftung Ugandisch, Ukrainisch, Georgisch, Usbekisch und Syrisch gekocht, an zwei Terminen deutsche Herbst- und Winterküche zubereitet.
  • Geflüchtete engagierten sich ehrenamtlich in der AWO Klawotte Kinder & Kreativ, in der AWO Nachbarschaftshilfe, im Seniorenzentrum Kaiserstiftung, im Verein Mammalade für Karla e.V., bei der Feuerwehr. Vier Männer sind als Caritas Kulturdolmetscher für Arabisch, Aramäisch und Dari bei der Caritas und im Landratsamt aktiv, zwei syrische Mütter haben die Ausbildung zur Kulturdolmetscherin in Arabisch im Sommer absolviert.
  • Ukrainerinnen boten auf dem Dorffest der Gemeinde Hohenbrunn einen Aktionsstand für Kinder an. In St. Magdalena wurde das Friedensgebet im Oktober mit Ukrainerinnen gestaltet. In kleinen Gruppen in den Straßen traditionelle Weihnachtslieder zu singen ist ein wesentlicher Bestandteil der Weihnachtszeit in der Ukraine. Frauen und Jugendliche sangen auf Weihnachtsmärkten in Ottobrunn, Riemerling und Hohenbrunn, Kinder beteiligten sich am Sternsingen in St. Magdalena.

Entwicklung im Helferkreis

145 Ehrenamtliche aus 18 Ländern sind Mitglieder im Helferkreis, darunter 26 Flüchtlinge. Einige Helfer*innen sind ausgeschieden, neue sind dazugekommen. Die Altersspanne reicht von 12 bis 89 Jahren.

Mitglieder des Helferkreises trafen sich an 30 Nachmittagen im Pfarrsaal von St. Magdalena. In acht Treffen wurden Fortbildungsthemen angeboten, Mitglieder nahmen an einer Fortbildungsreihe an der LMU München und anderen externen Angeboten teil. Ende Juli fand das Sommerfest im Garten von St. Magdalena, Anfang Januar 2024 die Weihnachtsfeier im Pfarrsaal von St. Otto statt.

Zusammenarbeit mit Behörden, Organisationen und Öffentlichkeit
Der Helferkreis arbeitet eng mit der Caritas Alveni Asylsozialarbeit und der AWO Migrationsberatung zusammen. In der Gemeinde Ottobrunn ist die Funktion der/des Integrationsbeauftragten seit Herbst 2022 vakant. Im Juli fand ein Austauschtreffen mit dem Bürgermeister statt, im Dezember wurde der „Runde Tisch“ Asyl unter Leitung des Sozialamtes wieder aktiviert. Mit der Gemeinde Hohenbrunn fanden drei Austauschtreffen auf Einladung des Bereiches Soziales statt. Das Landratsamt lud die Helferkreis-Koordinatoren zu vier Austauschtreffen ein. Mit der Abteilung FAMI Flucht – Asyl – Migration – Integration der Erzdiözese München und Freising fanden zwei Austausch-treffen statt.

Die Flüchtlinge konnten sich lokal mit Kleidung, Spielsachen, Büchern, Geschirr und Möbeln ver-sorgen - dank der AWO Klawotten und der AWO Rumpelkammer. Die Caritas Radlwerkstatt in Neubiberg war eine große Hilfe für die Mobilität. Anerkannte Flüchtlinge bezogen Lebensmittel am Caritas Ottobrunner Tisch. Ab Sommer gab es dort einen Aufnahmestopp.

Wir informierten die Öffentlichkeit über unsere Homepage, www.helferkreis-asyl.com, in den Gemeindeblättern Hohenbrunn und Ottobrunn, im Schaukasten von St. Magdalena, im Gemein-deblatt der Michaelskirche.

Spenden von Privatpersonen, Organisationen, Kirchen, Stiftungen und Gemeinden ermöglichten uns, in Notlagen individuell und unbürokratisch zu helfen, und mit besonderen Angeboten die Integration der Geflüchteten zu fördern. Dafür danken wir allen herzlich!


Unser Helferkreis wird sich weiter für den einzelnen Mensch einsetzen, der flüchten musste. »Und doch darf man nie vergessen, dass die Migranten an erster Stelle nicht Nummern, sondern Personen sind, Gesichter, Namen und Geschichten. Europa ist die Heimat der Menschenrechte, und wer auch immer seinen Fuß auf europäischen Boden setzt, müsste das spüren können; so wird es ihm selbst deutlicher bewusst werden, dass er sie respektieren und verteidigen muss.«

Papst Franziskus beim Besuch eines Flüchtlingslagers auf der Insel Lesbos, Griechenland, April 2016


Helferkreis Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn im Pfarrverband Vier Brunnen Ottobrunn
Kontakt: info@helferkreis-asyl.com



Heidi Maurer und Stefanie Marrero           
Sprecherinnen
Diakon Karl Stocker
Leiter




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