Helferkreis Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn  

Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn



Presse / Nachrichten

Kolumne in dem Gemeinde-Journal "Mein Ottobrunn"


12 / 2017     Schöne Kunst günstig
Verkaufsausstellung des Kunstvereins (Seite 23)
Laptops für Flüchtlinge
Helferkreis Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn(Seite 33)
Für einen guten Zweck
AWO-Rumpelkammer(Seite 33)
11 / 2017     Aktuelles Stimmungsbild
Helferkreis Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn (Seite 36)
Bildung und Beruf
Landratsamt im Landkreis München:
Integrationskoordinatoren nehmen Arbeit auf (Seite 37)
10 / 2017     Einander verstehen – Kulturgrammatik für alle
vhs SüdOst: Trainerin Irene Martius gibt Kurse zur interkulturellen Kommunikation (Seite 22)
Freude über Festanstellung
Vom Flüchtling zum anerkannten Bauingenieur (Seite 23)
Schulpaten gesucht
Helferkreis Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn (Seite 24)

Artikel im "Gemeindeblatt Hohenbrunn"



12 / 2017     Flucht und Schwangerschaft
Helferkreis Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn (Seite 64)
11 / 2017     Landkreis ehrt Ehrenamtliche
u.a. zwei Jugendgruppen der Luise-Meitner-Gymnasiums (Seite 82)
10 / 2017     Jugendliche Flüchtlinge in Hohenbrunn - in Bayern angekommen ?
Helferkreis Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn (Seite 70/71)


Die vollständige Liste der Artikel im Gemeinde-Journal "Mein Ottobrunn" und im "Gemeindeblatt Hohenbrunn" erhalten Sie hier.


Jahresberichte des Helferkreises Asyl


2017     Jahresbericht des Helferkreises Asyl
2016     Jahresbericht des Helferkreises Asyl
2015     Jahresbericht des Helferkreises Asyl
2014     Jahresbericht des Helferkreises Asyl und Bericht von der Nikolausfeier mit Flüchtlingen vom Eine-Welt-Kreis
2013     Erklärung des Helferkreises Asyl, unterzeichnet von 36 Mitgliedern
2012     Schritt ins Leben: Christen aus dem Landkreis unterstützen Asylbewerber
(Südost-Kurier, 30.10.2012),   (gedruckte Version, pdf)

Weitere Information erhalten Sie von unserem Team Öffentlichkeitsarbeit (E-Mail: presse@helferkreis-asyl.com ).



Flucht und Schwangerschaft


Zu jedem Weihnachtsfest hören wir in den Kirchen die Geschichte von Josef, der sich mit seiner hochschwangeren Frau Maria auf Befehl des Machthabers auf den beschwerlichen Weg nach Bethlehem machen muss, in die Fremde. Nach der Geburt des Sohnes flieht das Paar weiter nach Ägypten, um das Leben ihres Kindes zu retten.
Viele Frauen sind in den letzten Jahren nach Deutschland geflohen, um hier Schutz zu suchen. Sie sind vor Krieg, Terror und Unterdrückung geflohen, haben Gewalt, auch sexuelle Gewalt im Heimatland oder auf der Flucht erlebt. Manche sind Opfer von Menschenhändlern. Schwangere Frauen fliehen mit ihren Kindern, kriegsbedingt ohne ihre Ehemänner. Frauen werden auf der Flucht oder nach ihrer Ankunft in Deutschland schwanger.
Die traumatisierten Frauen stehen vor der großen Herausforderung, in einem fremden Land, fern von Familien, Freunden und Traditionen, ohne ausreichende Sprachkenntnisse, ohne Informationen lesen zu können, ein Kind zur Welt bringen zu müssen. Alleinerziehende wissen nicht, wohin mit den eigenen Kindern, wenn sie zur Geburt in die Klinik gehen.
Neben den Sozialarbeitern und Behörden sind es immer wieder Patinnen aus dem Helferkreis Asyl, die Frauen in dieser Extrem-Situation zur Geburt begleiten und in der Zeit davor und danach als „Vertrauensperson“ unterstützen.
Einige Helferinnen aus unseren Gemeinden berichten über ihre Erlebnisse:

„Eine Stunde vor dem terminierten Kaiserschnitt hat der Vater mit der werdenden Mutter im Krankenhaus intensiv gebetet, es war eine ganz starke Kraft im Gebet zu spüren. Am Ende hat er mich, die Patin, gefragt „Bist du ok?“ Ich durfte dann als Patin beim Kaiserschnitt dabei sein - ausnahmsweise, sonst darf ja immer nur eine Person mit rein. Vermutlich gerade wegen des Asyl-Hintergrundes, um bei der sprachlichen Verständigung zu unterstützen. Der Vater hat während der Operation Händchen gehalten und gebetet, ich habe die Spuckschüssel gehalten und der Mutter Mut zugesprochen.“

„Joy wurde direkt aus der Behörde mit starken Wehen ins Krankenhaus gebracht, ihr 2jähriger Sohn kam in eine Kurzzeit-Pflege. Die Mutter rief mich während der Geburt voller Panik aus dem Krankenhaus an, weil sie nicht wusste, wo ihr Sohn war. Nach vielen Telefonaten konnte ich ihr versichern, dass ihr Sohn gut aufgehoben ist. Als er nach wenigen Tagen zur Mutter und der neugeborenen Schwester zurückgebracht wurde, fehlte der Kinderwagen. Auch hier telefonierte ich von Stelle zu Stelle, bis der Aufenthaltsort des Wagens feststand.“

„Ganz problematisch war es, als die Frühwehen einsetzten und das in der beengten Mehrbett- Zimmer-Wohnsituation nicht mehr zu verbergen war. In der Nacht, in der wir uns auf den Weg zum Kreißsaal machten, wollte man uns dort wieder wegschicken – mit einem kleinen Aufstand konnten wir erreichen, dass wir bleiben durften.“
„Die Geburt war vermutlich wie jede andere Geburt auch. Als Helferin kann ich der Schwangeren alles Gute tun, was die Partner normalerweise leisten. Den Rücken massieren, fürs leibliche Wohl sorgen, Treppen hoch und runter steigen, Wehen anregen, Sorgen und Ängste aufnehmen und vor allem mit den Hebammen und Ärzten im Kontakt stehen, wenn die deutsche Sprache bei der Schwangeren noch nicht ausreicht. Nachdem das Kind zur Welt kam, durfte ich als Patin die Nabelschnur durchtrennen, dem Kind das erste Bad gönnen. Die ersten Stunden war es in meinen Armen, denn die Mutter wurde versorgt und war froh, dass sie beruhigt ausschlafen konnte. Direkt nach der Geburt sagte die Mutter zu mir "Ich weiß nicht, was ich ohne Dich gemacht hätte“.
„In der Schwangerschaft und nach der Geburt halten die Schwangeren es mit Riten, die sie aus ihrem Heimatland kennen. So werden bestimmte stärkende Lebensmittel in Afrika-Shops gekauft. Die ersten 40 Tage nach der Geburt werden weitestgehend im Bett zugebracht, von dort werden die Gratulanten empfangen und der Haushalt dirigiert“

„Nach der Geburt lag die Mutter mit dem Baby im Krankenhaus zusammen mit anderen Müttern im Drei-Bett-Zimmer. Sie war mit dem Baby ständig umlagert, alle, aber wirklich alle Freundinnen und Angehörige kommen zu Besuch um zu gratulieren. Als wir die Mutter nach einigen Tagen mit dem Baby nach Hause brachten, roch es in der ganzen Unterkunft feierlich nach Weihrauch. Alle Mit-bewohnerinnen hatten sich ihre bunten Festgewänder angezogen. 40 Tage nach der Geburt wurde ein weiteres traditionelles Fest gefeiert. Dazu gibt es eine Torte, das Baby wird festlich gekleidet, und mitten auf die Festtafel, zwischen die Speisen gelegt.“

„Bedingt durch das trockene und heiße Klima werden die Babys im Herkunftsland täglich am ganzen Körper eingeölt, um die Haut zu schützen. Daran wird auch bei uns festgehalten. Das Öl und die Cremes dazu werden extra in Afrika-Shops am Hauptbahnhof eingekauft, bis über die Augenlider glänzt das gepflegte Baby.“
Die Helferkreis-Patinnen bringen Verständnis auf für die Situation und die Ängste der Frauen und zeigen Offenheit für ungewohnte Riten und Vorstellungen, die zur Kultur in ihren Herkunftsländern gehören. Was uns Menschen, egal welcher Herkunft, verbindet, spricht eine Helferin aus „Das Erlebnis, bei der Geburt eines neuen Menschenkindes hautnah dabei zu sein, ist emotional überwältigend!“

Helferkreis Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn, Dezember 2017, hm



8.7.2017:   4. Asylgipfel in Oberbayern

Der Veranstalter "www.asyl.bayern" organisierte in der Karmelitenkirche in München das 4. Gipfeltreffen. Eine ausführliche Information zu diesem Treffen findet man beispielsweise bei der “Politische Bildung Schwaben”


23.6.2017:   4. Länderabend - Flucht aus Afrika

so der Titel des letzten der Abende über Herkunftsländer von Flüchtlingen, die der Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn gemeinsam mit der Volkshochschule SüdOst am 23. Juni im Wolf-Ferrari-Haus veranstaltet hat. Diesmal ging es um einen ganzen Kontinent, bzw. um das Beispiel von zwei afrikanischen Ländern, aus der die meisten der in Ottobrunn und Hohenbrunn lebenden Flüchtlinge stammen: Nigeria im Westen und Somalia im Osten.
Trotz des afrikanischen Klimas auch bei uns kamen viele Besucher und traditionell gekleidete Flüchtlinge ins Wolf-Ferrari-Haus. Zur Begrüßung sprachen die Bürgermeister von Ottobrunn und Neubiberg, Thomas Loderer und Günter Heyland, Christof Schulz, der Leiter der Volkshochschule, und Diakon Karl Stocker, der Leiter des Helferkreises Asyl. Bürgermeister Loderer erntete viel Beifall für seine Ankündigung, dass der diesjährige Erlös aus der Versteigerung der Fundsachen im Wolf-Ferrari-Haus dem Helferkreis gespendet werden soll.
Claudia Bernardoni, ehrenamtliche Sprecherin im Helferkreis, moderierte nach einem kurzen Überblick über die Geschichte Afrikas die Diskussion. Uche Akpulu, Mitarbeiter des Bayerischen Flüchtlingsrats, stellte Nigeria vor, ein Land, dessen wirtschaftlicher Aufstieg durch den gesunkenen Ölpreis geschwächt, durch Korruption und Terror jedoch viel verheerender getroffen wird. Mohamed Ali, Kulturdolmetscher aus Somalia ,charakterisierte ein Land ohne Staatsgewalt, in dem Hungersnot herrscht und die Einwohner, v.a. auch Frauen, nirgends sicher vor Verfolgung durch Islamisten sind.
Da die Veranstaltung noch in die Fastenzeit Ramadan fiel, hatten Muslime die Möglichkeit, nach Sonnenuntergang zu beten und danach ein Gericht aus der Moschee-Küche des Münchner Forums zu genießen. Auch für die anderen Besucher gab es mit Kostproben aus der afrikanischen Küche eine kleine Stärkung. Nicht zuletzt trug die vom jährlichen Fest der Kulturen bekannte und beliebte Trommler-Band von Michael Akpaglo aus Weilheim zur guten Stimmung und zum Erfolg des Abends bei.



Einen Bericht zum zweiten "Länderabend Syrien - ein altes Kulturland im Bürgerkrieg (27.1.2017)" finden Sie hier.

Einen Bericht zum dritter "Länderabend - Afghanistan (31.3.2017)" finden Sie hier.



23.4.2017:   Das Fest der Kulturen 2017

Seit 2015 beteiligt sich der Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn am Ottobrunner Fest der Kulturen im Wolf-Ferrari-Haus. Wir haben regelmäßig einen Stand beim Markt der Initiativen und wir sorgen für einen Beitrag von Flüchtlingen auf der Bühne.
Diesmal war unser Gast Aeham Ahmad, der Pianist aus den Trümmern von Damaskus. Als Sohn einer palästinensischen Flüchtlingsfamilie wurde er 1988 im Flüchtlingslager Jarmuk bei Damaskus geboren. Um die Bewohner des umkämpften Stadtviertels Angst, Hunger und Sorgen für kurze Zeit vergessen zu machen, spielte er auf einem Klavier, das er unter Lebensgefahr für seine Auftritte auf einem Wasserwagen durch die zerbombten Straßen fuhr. Er musste vor den IS-Dschihadisten fliehen und kam 2015 nach Deutschland. Die zahlreichen Besucher des Fests der Kulturen begeisterte er durch sein virtuos-temperamentvolles Spiel und seine herzliche Art.
Michael Akpaglo und seine Trommler der German –African-Connection unterhielten die Besucher auf bewährte Art in der Pause und brachten vor allem Fans unter den Kindern zum Tanzen.
Der Markt der Initiativen mit unserem orientalisch einerseits und afrikanisch andererseits dekorierten Doppelstand bot wieder Gelegenheit zu zahlreichen Gesprächen und zum Kennenlernen von Flüchtlingen und Ehrenamtlichen unterschiedlicher Initiativen aus der Region.


alle Fotos: Gunter Hahn, Ottobrunn



31.3.2017:   3. Länderabend - Afghanistan

Am 31.03.2017 fand im Wolf-Ferrari-Haus, Ottobrunn, der dritte Abend in der Reihe über Herkunftsländer von Flüchtlingen statt, den der Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn gemeinsam mit der Volkshochschule SüdOst veranstaltete. Der deutsch-afghanische Politikwissenschaftler Hamun Tanin sprach über das Land, die prekäre Sicherheitslage, Zahlen und Wege der Flüchtlinge. Der Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrats Dr. Stephan Dünnwald machte unter anderem deutlich, dass keiner der abgeschobenen Flüchtlinge, zu denen weiterhin Kontakt besteht, in Kabul oder anderswo eine Unterkunft gefunden hätte oder Mittel, um das eigene Leben zu fristen.
Höhepunkt des Abends waren jedoch die Beiträge der Flüchtlinge aus Ottobrunn und Umgebung. Fünf Männer und Frauen trugen selbst verfasste Texte vor und erhielten großen Beifall: Die beiden Frauen priesen Deutschland, weil hier Frauen ähnlich wie Männer Rechte besitzen. Einer der Männer beschrieb die schwere Diskriminierung von Afghanen, die als Flüchtlinge im Iran leben, ein zweiter klagte über die Hoffnungslosigkeit, unter der alle seine Landsleute wegen der Abschiebungen leiden, und der dritte beschrieb den Wunschtraum einer friedlichen Welt in einem eindrucksvollen Gedicht. Zum Abschluss gab es ein Buffet mit vielfältigen Kostproben aus der afghanischen Küche, die einige der Hausfrauen und die Auszubildenden in der Gastronomie für das Publikum zubereitet hatten.


alle Fotos: Daniela Graser, Hohenbrunn


Einen Bericht zum zweiten "Länderabend Syrien - ein altes Kulturland im Bürgerkrieg (27.1.2017)" finden Sie hier.

Einen Bericht zum vierten "Länderabend - Flucht aus Afrika (23.6.2017)" finden Sie hier.




19.3.2017:   Flüchtlings-Kunstprojekt „Zeige dich“ in St. Magdalena, Ottobrunn (Flyer)

Flüchtlinge malen Körperbilder und geben ihrer Identität eine künstlerische Gestalt. Die Idee zu dem Projekt hatten die Künstlerin Chris Groitl und die Kunsttherapeutin Birgit Weierer bereits 2016. Seit der ersten Ausstellung beim Fest der Kulturen im April vorigen Jahres ist die Anzahl der Selbstbilder angewachsen. Nun können die lebensgroßen Papierbilder und eine Kleiderpuppe von acht Frauen, einem Mann und drei Kindern aus Afghanistan, Syrien, dem Irak, Russland, Nigeria und Uganda wirkungsvoll platziert in der Kirche während der Fastenzeit bis Palmsonntag besichtigt werden.
Die Ausstellung wurde am Sonntag, 19.3.2017, mit dem Familiengottesdienst „Ecce Homo“ eröffnet. Unter dem MISEREOR-Hungertuch des nigerianischen Künstlers Chidi Kwubiri an der Altarwand war ein symbolisches Zeremoniell der Aufnahme von schutzsuchenden Menschen aus anderen Kulturen in unsere Gesellschaft gewidmet. Flüchtlinge und ihre Paten aus dem Helferkreis versinnbildlichten das Brückenbauen. Farbige Tücher, grün, blau, gelb und golden, die Vortragende um den Körper gelegt hatten, standen für Gebete:
Die Farbe Gelb erinnert uns an reife Ähren und steht für Fruchtbarkeit. Wir beten für die Hungernden überall auf der Welt. Sende ihnen Menschen, die mit ihnen für Gerechtigkeit kämpfen; mach sie und uns bereit zur Solidarität.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Die Farbe Grün steht für das Leben. Wir beten für die Schöpfung, in der wir Menschen aller Kulturen, Hautfarben und Sprachen zu Hause sind. Lass uns unsere Verbundenheit und Verantwortung füreinander erkennen.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Die Farbe Blau steht für Kraft und Ruhe. Wir beten für die Menschen die mutig, neue Wege gehen – Wege aus der Armut, Wege zu einem erfüllten, gesicherten Leben. Gib Ihnen und uns Kreativität und Geduld.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Die Farbe Gold steht für das Göttliche. Alles Leben trägt die Spuren Gottes in sich. Wir beten für die Menschen, die in unserem Land eine neue Heimat suchen. Lass uns in jedem Gast, jedem Fremden Dich erkennen.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Im Anschluss an den Gottesdienst trafen sich Flüchtlinge, Zeige dich-Künstler und Einheimische zu Kaffee, Tee und Kostproben aus den Herkunftsländern.






04.03.2017 Protest gegen Asylpolitik – Sternfahrt der Asylhelferkreise zum Gruppenbild unter der Bavaria

Auf dem 3. Oberbayerischen Asylgipfel Ende Januar 2017 in Tutzing ist eine Resolution (Tutzinger Resolution) verfasst worden, die inzwischen von 230 Helferkreisen im gesamten Freistaat mitgetragen wird. Auch der Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn hat sich angeschlossen. Tausende von Ehrenamtlichen, die sich nachhaltig um Flüchtlinge kümmern und sich deshalb „Experten an der Basis“ nennen, protestieren damit gegen Abschiebungen in der gegenwärtigen Situation nach Afghanistan und gegen Arbeitsverbote für Asylbewerber und Geduldete. Am Samstag, den 04.03., trafen wir uns wie die anderen Vertreter*Innen der jeweiligen Helferkreise am Ortsschild für ein Startfoto zur Sternfahrt. Wir waren sechzehn und fuhren gemeinsam mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof München. Dort kamen Ehrenamtliche und Flüchtlinge aus allen Himmelsrichtungen an. Ohne Behinderung konnte ein langer Fußgängerzug vom Holzkirchner Bahnhof bis zur Theresienwiese wandern – trotz der mitgebrachten Plakate ausdrücklich keine Demonstration, sondern ein Spaziergang zum großen Gruppenfoto unter der Bavaria. Über 120 Helferkreise und rund 1500 Ehrenamtliche und Flüchtlinge versammelten sich nach Schätzung der Abendzeitung auf der Treppe und den Hängen zu Füßen der Bavaria. Das eindrucksvolle Gruppenbild sowie die Bilder der einzelnen Helferkreise werden den Abgeordneten des Bayerischen Landtags und des Bundestags zugesandt. Das Hauptanliegen formulierte einer der Organisatoren, Jost Herrmann von Asyl im Oberland: „Wir warten auf ein Gesprächsangebot von Innenminister Herrmann oder Ministerpräsident Seehofer“. Links zu weiteren Bildern finden sie auf dem Web-Server des Organisator (www.asyl.bayern)
Bericht: Claudia Bernardoni










01.03.2017 Asylverfahren: Abschiebung zurück in die Ostukraine - trotz Arbeit als Krankenschwester und Arzt

Die Süddeutsche Zeitung und der Münchner Merkur berichten in ihren Artikeln über eine Familie aus der Ukraine, die in Riemerling wohnt und seit zwei Jahren vom Helferkreis Asyl begleitet wird.




27.01.2017: 2. Länderabend Syrien - ein altes Kulturland im Bürgerkrieg

„Selten habe ich den Ratssaal so voll gesehen“ meinte Bürgermeister Thomas Loderer zur Begrüßung der Gäste beim Syrien-Abend im Wolf-Ferrari-Haus. Tatsächlich waren nicht nur alle Reihen im Parterre und auf der Empore gefüllt, es gab zudem jede Menge Stehplätze, vor allem für die jüngeren Besucher. Deutsche und Syrer reagierten mit einem enormen Zuspruch auf die Einladung des Helferkreises Asyl Ottobrunn-Hohenbrunn und der VHS Südost. Zu Gast waren als Redner Vice-President Michael Bauer vom Verband der Orienthelfer und das Quartett Martina Eisenreich, bei dem wiederum das syrische Trio JIRS (Brücke) zu Gast war.
Michael Bauer gab einen Überblick über die Entwicklung des Konflikts von den Forderungen nach Wohlfahrt, Sicherheit, Beteiligung und demokratische Reformen, wie sie die Exponenten des Arabischen Frühlings mit gutem Recht stellten, über die Unterdrückungsmaßnahmen des Assad-Regimes bis zum Krieg in Syrien mit seinen maßlosen Opfern. Mehr als eine halbe Million Menschen wurden getötet, über 12 Millionen befinden sich auf der Flucht, 18 Millionen Menschen in und um Syrien sind auf humanitäre Hilfe zum Überleben angewiesen. Die Organisation „Orienthelfer e.V.“ kümmert sich um die humanitäre Hilfe und leistet Unterstützung v.a. vom Libanon und von Jordanien aus. Hinzu kommen Projekte zur Bildung und Ausbildung der Jugendlichen, die keine Schulen besuchen können und denen das Schicksal droht, zur „verlorenen Generation“ zu werden.
Dieser Teil des Abends richtete sich vor allem an die deutschen Besucher – die syrischen Familien kannten Krieg und Flucht aus eigenem Erleben. Für sie, aber nicht nur für sie, sondern für alle Besucher war die Musik von Martina Eisenreich und ihrem Quartett samt Trio ein ganz besonderes Erlebnis. Die drei Musiker aus Syrien erinnerten mit Spiel und Gesang an die Heimat der Syrer, und mit einer eigenen Komposition „Warten“ rührten sie an die Sorgen der Flüchtlinge hier und heute. Riesenapplaus für die Musikgruppe von Martina Eisenreich!



Zum Ausklang des Abends wurden alle Besucher von den syrischen Familien eingeladen, Köstlichkeiten aus ihrer Heimat zu probieren. An der ebenso liebevoll wie reich gedeckten Tafel konnten die deutschen Gourmets nach Vortrag und Musik eine neue Seite Syriens erfahren – bis auf den letzten Brösel wurde alles verzehrt. Die Syrer dankten dem Helferkreis Asyl und der VHS für die Aufmerksamkeit, die ihr Land an diesem Abend gefunden hat, und die Helferkreis-Mitglieder und VHS-Gäste hatten ebenso allen Anlass, uns bei den syrischen Familien zu bedanken. Eine rundum gelungene Begegnung.




Einen Bericht zum dritten "Länderabend - Afghanistan (31.3.2017)" finden Sie hier.
Einen Bericht zum vierten "Länderabend - Flucht aus Afrika (23.6.2017)" finden Sie hier.



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