Helferkreis Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn  

Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn



Presse / Nachrichten - Archiv (2012 - 2017)

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Dez. 2017:    Flucht und Schwangerschaft


Zu jedem Weihnachtsfest hören wir in den Kirchen die Geschichte von Josef, der sich mit seiner hochschwangeren Frau Maria auf Befehl des Machthabers auf den beschwerlichen Weg nach Bethlehem machen muss, in die Fremde. Nach der Geburt des Sohnes flieht das Paar weiter nach Ägypten, um das Leben ihres Kindes zu retten.

Viele Frauen sind in den letzten Jahren nach Deutschland geflohen, um hier Schutz zu suchen. Sie sind vor Krieg, Terror und Unterdrückung geflohen, haben Gewalt, auch sexuelle Gewalt im Heimatland oder auf der Flucht erlebt. Manche sind Opfer von Menschenhändlern. Schwangere Frauen fliehen mit ihren Kindern, kriegsbedingt ohne ihre Ehemänner. Frauen werden auf der Flucht oder nach ihrer Ankunft in Deutschland schwanger.

Die traumatisierten Frauen stehen vor der großen Herausforderung, in einem fremden Land, fern von Familien, Freunden und Traditionen, ohne ausreichende Sprachkenntnisse, ohne Informationen lesen zu können, ein Kind zur Welt bringen zu müssen. Alleinerziehende wissen nicht, wohin mit den eigenen Kindern, wenn sie zur Geburt in die Klinik gehen.

Neben den Sozialarbeitern und Behörden sind es immer wieder Patinnen aus dem Helferkreis Asyl, die Frauen in dieser Extrem-Situation zur Geburt begleiten und in der Zeit davor und danach als „Vertrauensperson“ unterstützen.

Einige Helferinnen aus unseren Gemeinden berichten über ihre Erlebnisse:

„Eine Stunde vor dem terminierten Kaiserschnitt hat der Vater mit der werdenden Mutter im Krankenhaus intensiv gebetet, es war eine ganz starke Kraft im Gebet zu spüren. Am Ende hat er mich, die Patin, gefragt „Bist du ok?“ Ich durfte dann als Patin beim Kaiserschnitt dabei sein - ausnahmsweise, sonst darf ja immer nur eine Person mit rein. Vermutlich gerade wegen des Asyl-Hintergrundes, um bei der sprachlichen Verständigung zu unterstützen. Der Vater hat während der Operation Händchen gehalten und gebetet, ich habe die Spuckschüssel gehalten und der Mutter Mut zugesprochen.“

„Joy wurde direkt aus der Behörde mit starken Wehen ins Krankenhaus gebracht, ihr 2jähriger Sohn kam in eine Kurzzeit-Pflege. Die Mutter rief mich während der Geburt voller Panik aus dem Krankenhaus an, weil sie nicht wusste, wo ihr Sohn war. Nach vielen Telefonaten konnte ich ihr versichern, dass ihr Sohn gut aufgehoben ist. Als er nach wenigen Tagen zur Mutter und der neugeborenen Schwester zurückgebracht wurde, fehlte der Kinderwagen. Auch hier telefonierte ich von Stelle zu Stelle, bis der Aufenthaltsort des Wagens feststand.“

„Ganz problematisch war es, als die Frühwehen einsetzten und das in der beengten Mehrbett- Zimmer-Wohnsituation nicht mehr zu verbergen war. In der Nacht, in der wir uns auf den Weg zum Kreißsaal machten, wollte man uns dort wieder wegschicken – mit einem kleinen Aufstand konnten wir erreichen, dass wir bleiben durften.“

„Die Geburt war vermutlich wie jede andere Geburt auch. Als Helferin kann ich der Schwangeren alles Gute tun, was die Partner normalerweise leisten. Den Rücken massieren, fürs leibliche Wohl sorgen, Treppen hoch und runter steigen, Wehen anregen, Sorgen und Ängste aufnehmen und vor allem mit den Hebammen und Ärzten im Kontakt stehen, wenn die deutsche Sprache bei der Schwangeren noch nicht ausreicht. Nachdem das Kind zur Welt kam, durfte ich als Patin die Nabelschnur durchtrennen, dem Kind das erste Bad gönnen. Die ersten Stunden war es in meinen Armen, denn die Mutter wurde versorgt und war froh, dass sie beruhigt ausschlafen konnte. Direkt nach der Geburt sagte die Mutter zu mir "Ich weiß nicht, was ich ohne Dich gemacht hätte“.

„In der Schwangerschaft und nach der Geburt halten die Schwangeren es mit Riten, die sie aus ihrem Heimatland kennen. So werden bestimmte stärkende Lebensmittel in Afrika-Shops gekauft. Die ersten 40 Tage nach der Geburt werden weitestgehend im Bett zugebracht, von dort werden die Gratulanten empfangen und der Haushalt dirigiert“

„Nach der Geburt lag die Mutter mit dem Baby im Krankenhaus zusammen mit anderen Müttern im Drei-Bett-Zimmer. Sie war mit dem Baby ständig umlagert, alle, aber wirklich alle Freundinnen und Angehörige kommen zu Besuch um zu gratulieren. Als wir die Mutter nach einigen Tagen mit dem Baby nach Hause brachten, roch es in der ganzen Unterkunft feierlich nach Weihrauch. Alle Mit-bewohnerinnen hatten sich ihre bunten Festgewänder angezogen. 40 Tage nach der Geburt wurde ein weiteres traditionelles Fest gefeiert. Dazu gibt es eine Torte, das Baby wird festlich gekleidet, und mitten auf die Festtafel, zwischen die Speisen gelegt.“

„Bedingt durch das trockene und heiße Klima werden die Babys im Herkunftsland täglich am ganzen Körper eingeölt, um die Haut zu schützen. Daran wird auch bei uns festgehalten. Das Öl und die Cremes dazu werden extra in Afrika-Shops am Hauptbahnhof eingekauft, bis über die Augenlider glänzt das gepflegte Baby.“

Die Helferkreis-Patinnen bringen Verständnis auf für die Situation und die Ängste der Frauen und zeigen Offenheit für ungewohnte Riten und Vorstellungen, die zur Kultur in ihren Herkunftsländern gehören. Was uns Menschen, egal welcher Herkunft, verbindet, spricht eine Helferin aus „Das Erlebnis, bei der Geburt eines neuen Menschenkindes hautnah dabei zu sein, ist emotional überwältigend!“

Helferkreis Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn, Dezember 2017, hm



8.7.2017:   4. Asylgipfel in Oberbayern

Der Veranstalter "www.asyl.bayern" organisierte in der Karmelitenkirche in München das 4. Gipfeltreffen. Eine ausführliche Information zu diesem Treffen findet man beispielsweise bei der “Politische Bildung Schwaben”


23.6.2017:   4. Länderabend - Flucht aus Afrika

so der Titel des letzten der Abende über Herkunftsländer von Flüchtlingen, die der Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn gemeinsam mit der Volkshochschule SüdOst am 23. Juni im Wolf-Ferrari-Haus veranstaltet hat. Diesmal ging es um einen ganzen Kontinent, bzw. um das Beispiel von zwei afrikanischen Ländern, aus der die meisten der in Ottobrunn und Hohenbrunn lebenden Flüchtlinge stammen: Nigeria im Westen und Somalia im Osten.

Trotz des afrikanischen Klimas auch bei uns kamen viele Besucher und traditionell gekleidete Flüchtlinge ins Wolf-Ferrari-Haus. Zur Begrüßung sprachen die Bürgermeister von Ottobrunn und Neubiberg, Thomas Loderer und Günter Heyland, Christof Schulz, der Leiter der Volkshochschule, und Diakon Karl Stocker, der Leiter des Helferkreises Asyl. Bürgermeister Loderer erntete viel Beifall für seine Ankündigung, dass der diesjährige Erlös aus der Versteigerung der Fundsachen im Wolf-Ferrari-Haus dem Helferkreis gespendet werden soll.

Claudia Bernardoni, ehrenamtliche Sprecherin im Helferkreis, moderierte nach einem kurzen Überblick über die Geschichte Afrikas die Diskussion. Uche Akpulu, Mitarbeiter des Bayerischen Flüchtlingsrats, stellte Nigeria vor, ein Land, dessen wirtschaftlicher Aufstieg durch den gesunkenen Ölpreis geschwächt, durch Korruption und Terror jedoch viel verheerender getroffen wird. Mohamed Ali, Kulturdolmetscher aus Somalia ,charakterisierte ein Land ohne Staatsgewalt, in dem Hungersnot herrscht und die Einwohner, v.a. auch Frauen, nirgends sicher vor Verfolgung durch Islamisten sind.

Da die Veranstaltung noch in die Fastenzeit Ramadan fiel, hatten Muslime die Möglichkeit, nach Sonnenuntergang zu beten und danach ein Gericht aus der Moschee-Küche des Münchner Forums zu genießen. Auch für die anderen Besucher gab es mit Kostproben aus der afrikanischen Küche eine kleine Stärkung. Nicht zuletzt trug die vom jährlichen Fest der Kulturen bekannte und beliebte Trommler-Band von Michael Akpaglo aus Weilheim zur guten Stimmung und zum Erfolg des Abends bei.



Einen Bericht zum zweiten "Länderabend Syrien - ein altes Kulturland im Bürgerkrieg (27.1.2017)" finden Sie hier.

Einen Bericht zum dritter "Länderabend - Afghanistan (31.3.2017)" finden Sie hier.



23.4.2017:   Das Fest der Kulturen 2017

Seit 2015 beteiligt sich der Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn am Ottobrunner Fest der Kulturen im Wolf-Ferrari-Haus. Wir haben regelmäßig einen Stand beim Markt der Initiativen und wir sorgen für einen Beitrag von Flüchtlingen auf der Bühne.

Diesmal war unser Gast Aeham Ahmad, der Pianist aus den Trümmern von Damaskus. Als Sohn einer palästinensischen Flüchtlingsfamilie wurde er 1988 im Flüchtlingslager Jarmuk bei Damaskus geboren. Um die Bewohner des umkämpften Stadtviertels Angst, Hunger und Sorgen für kurze Zeit vergessen zu machen, spielte er auf einem Klavier, das er unter Lebensgefahr für seine Auftritte auf einem Wasserwagen durch die zerbombten Straßen fuhr. Er musste vor den IS-Dschihadisten fliehen und kam 2015 nach Deutschland. Die zahlreichen Besucher des Fests der Kulturen begeisterte er durch sein virtuos-temperamentvolles Spiel und seine herzliche Art.

Michael Akpaglo und seine Trommler der German –African-Connection unterhielten die Besucher auf bewährte Art in der Pause und brachten vor allem Fans unter den Kindern zum Tanzen.

Der Markt der Initiativen mit unserem orientalisch einerseits und afrikanisch andererseits dekorierten Doppelstand bot wieder Gelegenheit zu zahlreichen Gesprächen und zum Kennenlernen von Flüchtlingen und Ehrenamtlichen unterschiedlicher Initiativen aus der Region.


alle Fotos: Gunter Hahn, Ottobrunn



31.3.2017:   3. Länderabend - Afghanistan

Am 31.03.2017 fand im Wolf-Ferrari-Haus, Ottobrunn, der dritte Abend in der Reihe über Herkunftsländer von Flüchtlingen statt, den der Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn gemeinsam mit der Volkshochschule SüdOst veranstaltete. Der deutsch-afghanische Politikwissenschaftler Hamun Tanin sprach über das Land, die prekäre Sicherheitslage, Zahlen und Wege der Flüchtlinge. Der Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrats Dr. Stephan Dünnwald machte unter anderem deutlich, dass keiner der abgeschobenen Flüchtlinge, zu denen weiterhin Kontakt besteht, in Kabul oder anderswo eine Unterkunft gefunden hätte oder Mittel, um das eigene Leben zu fristen.

Höhepunkt des Abends waren jedoch die Beiträge der Flüchtlinge aus Ottobrunn und Umgebung. Fünf Männer und Frauen trugen selbst verfasste Texte vor und erhielten großen Beifall: Die beiden Frauen priesen Deutschland, weil hier Frauen ähnlich wie Männer Rechte besitzen. Einer der Männer beschrieb die schwere Diskriminierung von Afghanen, die als Flüchtlinge im Iran leben, ein zweiter klagte über die Hoffnungslosigkeit, unter der alle seine Landsleute wegen der Abschiebungen leiden, und der dritte beschrieb den Wunschtraum einer friedlichen Welt in einem eindrucksvollen Gedicht. Zum Abschluss gab es ein Buffet mit vielfältigen Kostproben aus der afghanischen Küche, die einige der Hausfrauen und die Auszubildenden in der Gastronomie für das Publikum zubereitet hatten.


alle Fotos: Daniela Graser, Hohenbrunn


Einen Bericht zum zweiten "Länderabend Syrien - ein altes Kulturland im Bürgerkrieg (27.1.2017)" finden Sie hier.

Einen Bericht zum vierten "Länderabend - Flucht aus Afrika (23.6.2017)" finden Sie hier.




19.3.2017:   Flüchtlings-Kunstprojekt „Zeige dich“ in St. Magdalena, Ottobrunn (Flyer)

Flüchtlinge malen Körperbilder und geben ihrer Identität eine künstlerische Gestalt. Die Idee zu dem Projekt hatten die Künstlerin Chris Groitl und die Kunsttherapeutin Birgit Weierer bereits 2016. Seit der ersten Ausstellung beim Fest der Kulturen im April vorigen Jahres ist die Anzahl der Selbstbilder angewachsen. Nun können die lebensgroßen Papierbilder und eine Kleiderpuppe von acht Frauen, einem Mann und drei Kindern aus Afghanistan, Syrien, dem Irak, Russland, Nigeria und Uganda wirkungsvoll platziert in der Kirche während der Fastenzeit bis Palmsonntag besichtigt werden.

Die Ausstellung wurde am Sonntag, 19.3.2017, mit dem Familiengottesdienst „Ecce Homo“ eröffnet. Unter dem MISEREOR-Hungertuch des nigerianischen Künstlers Chidi Kwubiri an der Altarwand war ein symbolisches Zeremoniell der Aufnahme von schutzsuchenden Menschen aus anderen Kulturen in unsere Gesellschaft gewidmet. Flüchtlinge und ihre Paten aus dem Helferkreis versinnbildlichten das Brückenbauen. Farbige Tücher, grün, blau, gelb und golden, die Vortragende um den Körper gelegt hatten, standen für Gebete:

Die Farbe Gelb erinnert uns an reife Ähren und steht für Fruchtbarkeit. Wir beten für die Hungernden überall auf der Welt. Sende ihnen Menschen, die mit ihnen für Gerechtigkeit kämpfen; mach sie und uns bereit zur Solidarität.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Die Farbe Grün steht für das Leben. Wir beten für die Schöpfung, in der wir Menschen aller Kulturen, Hautfarben und Sprachen zu Hause sind. Lass uns unsere Verbundenheit und Verantwortung füreinander erkennen.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Die Farbe Blau steht für Kraft und Ruhe. Wir beten für die Menschen die mutig, neue Wege gehen – Wege aus der Armut, Wege zu einem erfüllten, gesicherten Leben. Gib Ihnen und uns Kreativität und Geduld.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Die Farbe Gold steht für das Göttliche. Alles Leben trägt die Spuren Gottes in sich. Wir beten für die Menschen, die in unserem Land eine neue Heimat suchen. Lass uns in jedem Gast, jedem Fremden Dich erkennen.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Im Anschluss an den Gottesdienst trafen sich Flüchtlinge, Zeige dich-Künstler und Einheimische zu Kaffee, Tee und Kostproben aus den Herkunftsländern.






04.03.2017 Protest gegen Asylpolitik – Sternfahrt der Asylhelferkreise zum Gruppenbild unter der Bavaria

Auf dem 3. Oberbayerischen Asylgipfel Ende Januar 2017 in Tutzing ist eine Resolution (Tutzinger Resolution) verfasst worden, die inzwischen von 230 Helferkreisen im gesamten Freistaat mitgetragen wird. Auch der Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn hat sich angeschlossen. Tausende von Ehrenamtlichen, die sich nachhaltig um Flüchtlinge kümmern und sich deshalb „Experten an der Basis“ nennen, protestieren damit gegen Abschiebungen in der gegenwärtigen Situation nach Afghanistan und gegen Arbeitsverbote für Asylbewerber und Geduldete. Am Samstag, den 04.03., trafen wir uns wie die anderen Vertreter*Innen der jeweiligen Helferkreise am Ortsschild für ein Startfoto zur Sternfahrt. Wir waren sechzehn und fuhren gemeinsam mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof München. Dort kamen Ehrenamtliche und Flüchtlinge aus allen Himmelsrichtungen an. Ohne Behinderung konnte ein langer Fußgängerzug vom Holzkirchner Bahnhof bis zur Theresienwiese wandern – trotz der mitgebrachten Plakate ausdrücklich keine Demonstration, sondern ein Spaziergang zum großen Gruppenfoto unter der Bavaria. Über 120 Helferkreise und rund 1500 Ehrenamtliche und Flüchtlinge versammelten sich nach Schätzung der Abendzeitung auf der Treppe und den Hängen zu Füßen der Bavaria. Das eindrucksvolle Gruppenbild sowie die Bilder der einzelnen Helferkreise werden den Abgeordneten des Bayerischen Landtags und des Bundestags zugesandt. Das Hauptanliegen formulierte einer der Organisatoren, Jost Herrmann von Asyl im Oberland: „Wir warten auf ein Gesprächsangebot von Innenminister Herrmann oder Ministerpräsident Seehofer“. Links zu weiteren Bildern finden sie auf dem Web-Server des Organisator (www.asyl.bayern)

Bericht: Claudia Bernardoni










01.03.2017 Asylverfahren: Abschiebung zurück in die Ostukraine - trotz Arbeit als Krankenschwester und Arzt

Die Süddeutsche Zeitung und der Münchner Merkur berichten in ihren Artikeln über eine Familie aus der Ukraine, die in Riemerling wohnt und seit zwei Jahren vom Helferkreis Asyl begleitet wird.




27.01.2017: 2. Länderabend Syrien - ein altes Kulturland im Bürgerkrieg

„Selten habe ich den Ratssaal so voll gesehen“ meinte Bürgermeister Thomas Loderer zur Begrüßung der Gäste beim Syrien-Abend im Wolf-Ferrari-Haus. Tatsächlich waren nicht nur alle Reihen im Parterre und auf der Empore gefüllt, es gab zudem jede Menge Stehplätze, vor allem für die jüngeren Besucher. Deutsche und Syrer reagierten mit einem enormen Zuspruch auf die Einladung des Helferkreises Asyl Ottobrunn-Hohenbrunn und der VHS Südost. Zu Gast waren als Redner Vice-President Michael Bauer vom Verband der Orienthelfer und das Quartett Martina Eisenreich, bei dem wiederum das syrische Trio JIRS (Brücke) zu Gast war.

Michael Bauer gab einen Überblick über die Entwicklung des Konflikts von den Forderungen nach Wohlfahrt, Sicherheit, Beteiligung und demokratische Reformen, wie sie die Exponenten des Arabischen Frühlings mit gutem Recht stellten, über die Unterdrückungsmaßnahmen des Assad-Regimes bis zum Krieg in Syrien mit seinen maßlosen Opfern. Mehr als eine halbe Million Menschen wurden getötet, über 12 Millionen befinden sich auf der Flucht, 18 Millionen Menschen in und um Syrien sind auf humanitäre Hilfe zum Überleben angewiesen. Die Organisation „Orienthelfer e.V.“ kümmert sich um die humanitäre Hilfe und leistet Unterstützung v.a. vom Libanon und von Jordanien aus. Hinzu kommen Projekte zur Bildung und Ausbildung der Jugendlichen, die keine Schulen besuchen können und denen das Schicksal droht, zur „verlorenen Generation“ zu werden.

Dieser Teil des Abends richtete sich vor allem an die deutschen Besucher – die syrischen Familien kannten Krieg und Flucht aus eigenem Erleben. Für sie, aber nicht nur für sie, sondern für alle Besucher war die Musik von Martina Eisenreich und ihrem Quartett samt Trio ein ganz besonderes Erlebnis. Die drei Musiker aus Syrien erinnerten mit Spiel und Gesang an die Heimat der Syrer, und mit einer eigenen Komposition „Warten“ rührten sie an die Sorgen der Flüchtlinge hier und heute. Riesenapplaus für die Musikgruppe von Martina Eisenreich!



Zum Ausklang des Abends wurden alle Besucher von den syrischen Familien eingeladen, Köstlichkeiten aus ihrer Heimat zu probieren. An der ebenso liebevoll wie reich gedeckten Tafel konnten die deutschen Gourmets nach Vortrag und Musik eine neue Seite Syriens erfahren – bis auf den letzten Brösel wurde alles verzehrt. Die Syrer dankten dem Helferkreis Asyl und der VHS für die Aufmerksamkeit, die ihr Land an diesem Abend gefunden hat, und die Helferkreis-Mitglieder und VHS-Gäste hatten ebenso allen Anlass, uns bei den syrischen Familien zu bedanken. Eine rundum gelungene Begegnung.




Einen Bericht zum dritten "Länderabend - Afghanistan (31.3.2017)" finden Sie hier.
Einen Bericht zum vierten "Länderabend - Flucht aus Afrika (23.6.2017)" finden Sie hier.


15.12.2016: Bayerische Adventssinger beschenken Ottobrunner Flüchtlinge

Glückliche Gesichter gab es beim Helferkreis Asyl, als Margret Joswig, Kirchenmusikverantwortliche in St. Magdalena Ottobrunn, im Pfarrsaal des Ökumenischen Zentrums Putzbrunn einen Scheck über EUR 1.000,00 an Diakon Karl Stocker für den Helferkreis Asyl übergeben konnte.
Gespendet haben diesen Betrag die vielen Zuhörer beim Bayerischen Adventssingen, das im November in der Pfarrkirche von jungen Musikern der Pfarrgemeinde gestaltet wurde und die Kirche mit vielen interessierten und reichlich spendenden Gästen füllte. Dieses Benefizkonzert ist mittlerweile Tradition in Ottobrunn und lockt immer mehr Besucher zum besinnlichen Zuhören und Mitsingen in den ersten Tagen des Advents in die Kirche.
„Die vom Helferkreis betreuten Menschen sind dankbar für die materielle Unterstützung, die zur Bewältigung der vielfältigen Aufgaben des Helferkreises dringend nötig ist“ sagte Karl Stocker bei der Übernahme der Spende und dankte Margret Joswig ganz herzlich.
Margret Joswig sagte zu, diesen Dank an den Kinderchor, den Jugendchor und an alle weiteren Mitwirkenden beim Bayerischen Adventssingen weiter zu geben.
An der kleinen Übergabefeier nahmen auch Familien aus Afghanistan teil, die inzwischen in den Helferkreis Asyl integriert sind und dort ehrenamtlich auch als Dolmetscher mitwirken.
„ Für unsere Musikgruppen von St. Magdalena ist die Unterstützung der Flüchtlinge mit einer durch´s Musizieren erbrachten Spende eine zusätzliche Motivation und wir werden diese Tradition sicher auch in Zukunft wahren“ verkündete Margret Joswig zur Freude der anwesenden Helfer.
Margret Joswig, Karl Stocker und afghanische Helferinnen mit ihren Familien.
(Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn)




22.06.2016: Frauen aus Afrika - Alltag und Wertvorstellungen

Am 22. Juni 2016 hatte der Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn Fadumo Korn aus Somalia, seit 1979 in Deutschland, Autorin, Dolmetscherin und Gründerin des Vereins „NALA – Bildung statt Beschneidung“ eingeladen. Nala heißt auf Kisuaheli „Löwin“ und Fadumo Korn kämpft als „Schwester Löwenherz“ (so einer ihrer Buchtitel) für die weltweite Abschaffung von weiblicher Beschneidung, eines Rituals, das Mädchen und Frauen unter Qualen angeblich zu „reinen“, heiratsfähigen Partnerinnen für Männer einer patriarchalischen Gesellschaft macht. Zahlreiche Zuhörer/innen und Gäste, darunter Flüchtlingsfrauen aus Somalia; Eritrea und Uganda sowie Patinnen und Interessierte aus verschiedenen Helferkreisen des Landkreises München, waren nicht allein entsetzt über die Grausamkeit und die katastrophalen Folgen der Beschneidung für Frauen (Tod, Kindersterblichkeit, lebenslange Krankheiten und Behinderungen), sondern auch über die unverminderte Aktualität des 3500 Jahre alten Brauches in den meisten Ländern des afrikanischen Kontinents sowie beeindruckt von der Tatkraft Fadumo Korns und ihrer Mitarbeiterinnen. Eine wichtige Einsicht für uns war, dass beschnittene Frauen, die nach Deutschland fliehen, spezielle medizinische Bedürfnisse haben, wofür die übliche, Asylbewerbern zugestandene Gesundheitsversorgung keine angemessene Hilfe bereitstellt. (siehe auch www.nala-fgm.de)




17.04.2016: Fest der Kulturen 2016

Beim 4. Fest der Kulturen am 17. April 2016 im Wolf-Ferrari-Haus in Ottobrunn war der Helferkreis Asyl Ottobrunn/Hohenbrunn wieder einmal besonders aktiv dabei.



Wir konnten der beeindruckenden, nigerianischen Gospel-Sängerin Gladys, die hier Asyl beantragt hat, zum ersten Mal zu einem Auftritt verhelfen.



Die afrikanische Trommler-Band von Michael Akpaglo aus Weilheim hat die Besucher wiederum gut unterhalten und am Ende noch zum Tanz im Treppenhaus verlockt. Im Festsaal war das Kunstprojekt: „Zeige dich- Flüchtlinge bekennen Farbe“ mit Körperbildern, die Flüchtlinge gestaltet hatten, zu sehen.




Beim Markt der Initiativen waren wir mit unserem einerseits orientalisch, andererseits afrikanisch dekorierten Informationsstand und durch die Teilnahme von Flüchtlingen für viele Besucher ein Ort der Attraktion und Begegnung. (Alle Fotos: Gunter Hahn, Neubiberg)




März 2016: App-Projekt: Kinder auf der Flucht (Quelle)

In der App „Kinder auf der Flucht“ erzählen drei junge Flüchtlinge ihre Geschichte. Entlang ihrer Geschichten gliedern sich die zentralen Themenbereiche der App: Heimat, Flucht, Asyl, Leben und Lernen in Deutschland. Die App möchte Empathie für Flüchtlinge wecken und dabei über zentrale Fragen rund um das Thema Flüchtlinge aufklären. Sie richtet sich in erster Linie an Jugendliche und junge Erwachsene.

            

Inhalte und Funktionen
  • Die drei Flüchtlingskinder Korosh, Haifa und Mohammad erzählen ihre Geschichte.
  • Handliche Fakten derart „Wusstest Du, dass…“ sollen informieren und über Vorurteile aufklären.
  • Vertiefende Texte rund um das Thema Menschenrechte bieten Hintergrundinfos.
  • Bilder des Künstlers Hubert Stadtmüller illustrieren die verschiedenen Themenbereiche.
  • Über eine interaktive Karte können die verschiedenen Fluchtrouten nachvollzogen werden.
  • Über besondere Themen, wie z.B. Kirchenasyl und Bildungsmöglichkeiten für junge Flüchtlinge, sollen Interviews mit Fachkräften und ehrenamtlichen Helfern aufklären.




März 2016: Schwimmprüfung

Aus Flüchtlingskindern werden Riemerlinger Haie: Am 6. Februar liefen die beiden Winter-Schwimmkurse für Flüchtlingskinder aus, die im September begonnen hatten. Fast alle Kinder konnten erfolgreich eine Schwimmprüfung ablegen: acht Kinder schafften das Pinguin-Abzeichen, acht das Seepferdchen und sieben sogar das Hai-Abzeichen. Mit bestandenem Hai-Abzeichen dürfen die Kinder und Jugendlichen am regulären Breitensportangebot der Riemerlinger Haie teilnehmen, wo sie herzlich willkommen sind. (Mein Ottobrunn) Ausgabe 03.2016, Seite 26)



23.02.2016: Flüchtlinge in Ottobrunn und Hohenbrunn - Berichte aus dem Alltag und Diskussionsrunde mit Betroffenen

Rund 250 Flüchtlinge leben derzeit bei uns in Ottobrunn und Hohenbrunn. Doch wie leben sie hier? Woher kommen sie? Und wie sind ihre Hoffnungen und Perspektiven hier bei uns? ( Merkur, Süddeutsche Zeitung )



Februar 2016: Integration durch intensive Betreuung

Am Kathi-Weidner-Weg dürfen zehn Holzhäuser gebaut werden, in denen bis zu 320 Asylsuchende Menschen wohnen können. Diesen Grundsatzbeschluss fasste der Gemeinderat in seiner Januar-Sitzung. ( Mein Ottobrunn, Ausgabe 02.2016, Seite 8)



01.02.2016: Alle im Blick

Die Ehrenamtlichen des Ottobrunner Helferkreises tragen die Hauptlast der Integrationsarbeit. Dabei erreichen sie oft die Grenze der Belastbarkeit - eine Supervision soll ihnen helfen, sich nicht zu übernehmen (Süddeutsche Zeitung)



15.01.2016: Wohnprojekt für Flüchtlinge am Kathi-Weidner-Weg in Ottobrunn

Flüchtlingsviertel auf Zeit – Integration ist entscheidend
Das Projekt der Gemeinde Ottobrunn, für einen Zeitraum von zehn Jahren 13 Häuser in Holzbauweise für 416 Flüchtlinge am Kathi-Weidner-Weg zu errichten, ist eine moderne Lösung. Nahe an Supermärkten und Einkaufszentrum gelegen, mit Spielplatz, guten Verkehrsverbindungen, und Erreichbarkeit von Kindergärten und Schulen. Keine zentrale Massenunterkunft, sondern ein Flüchtlingsviertel auf Zeit. Es wird jedoch auf die Integration der Flüchtlinge ankommen, sie ist der entscheidende Faktor für ein gelingendes Miteinander. Solange Flüchtlinge in überschaubarer Zahl in Ottobrunn und in den umliegenden Gemeinden aufgenommen wurden, konnten wir ehrenamtlichen Helfer die Betreuung in dezentralen Unterkünften gestützt auf die Strukturarbeit der hauptamtlichen Kräfte in den Landkreis - und Gemeinde - Verwaltungen und in den Wohlfahrtsverbänden leisten. Bei der großen Anzahl von Menschen, die zurzeit aus den verschiedensten Nationen kommen und die das Vergessen traumatischer Erfahrungen, Heilung, Sicherheit und einen Neuanfang suchen, sind Sozialbetreuer in ausreichender Zahl sowie Trauma-Berater vor Ort unbedingt erforderlich. Gemeinsam mit ihnen können wir Integrationshelfer gezielt Einzelaufgaben übernehmen, zumal hierfür Sozialräume vorgesehen sind.

Wohnen statt (Massen)-Unterkunft
Wer bisherige Asylbewerber-Unterkünfte kennt, kleine, schlecht geschnittene Wohnungen mit zu wenigen sanitären Anlagen und mangelhaften Kochgelegenheiten in renovierungsbedürftigen oder Abriss-Häusern, freut sich über die geschickte räumliche Aufteilung, die trotz der vorgeschriebenen, grenzwertigen 7m2 pro Person die größtmögliche Wohnlichkeit erzeugt. Die Einrichtung ist einfach und praktisch. Vor allem lässt sie privates Kochen der heimischen Speisen für Flüchtlinge zu, ein wesentliches Element für „Feeling at Home“.

Wer keine Flüchtlinge kennt, sieht zu leicht Gespenster
Zu der Sorge vor Flüchtlingskriminalität in der Bevölkerung können wir Helfer aus individueller Erfahrung bestätigen, was die Polizei aufgrund ihrer Ermittlungen faktisch erhärtet: Gewaltsame Auseinandersetzungen sind eher selten und spielen sich intern ab, aufgrund von Fremdheit – auch unter Flüchtlingen –zwischen unterschiedlichen Nationen und Kulturen, wegen übergroßer Enge und mangelnder Privatsphäre. In der geplanten Siedlung wird ein 24 Stunden anwesender Security Service für größtmögliche Sicherheit sorgen. Wir Helfer – in der Mehrheit Frauen– sind nicht nur in Familien, sondern auch in „Männerunterkünften“ willkommen und können als Vermittlerinnen wirken. Integration ist eine beidseitige Aufgabe. Von den Neuankömmlingen erwarten wir, dass sie sich in das gesellschaftliche Leben einfügen und unsere Werte achten. Wenn die Bürgerinnen und Bürgern von Ottobrunn offen und entgegenkommend sind, werden Vorurteile und Ängste schwinden und unsere Gemeinde wird von der Vielfalt profitieren.

Für den Helferkreis Ottobrunn/Hohenbrunn
Diakon Karl Stocker (Leiter)
Claudia Bernardoni und Heidi Maurer (Ehrenamtliche Sprecherinnen)




16.12.2015: „Eine Schwäche für die Schwachen“

Musikbegeisterte Ottobrunner spenden für den Asylhelferkreis Ottobrunn
Margret Joswig, die Verantwortliche für die Kirchenmusik in St. Magdalena Ottobrunn hatte die Idee, das diesjährige „Bayerischen Adventssingen“ als Benefizkonzert zu gestalten und viele Ottobrunner, auch viele Asylbewerber, kamen zum adventlichen Musizieren am ersten Adventssonntag in die Kirche St. Magdalena, um bayerischen Klängen verschiedener Musikgruppen aus der Pfarrei zu lauschen, besinnliche adventliche Texte zu hören, mitzusingen und für die Belange der bedürftigen Asylbewerber zu spenden.
Diakon Karl Stocker und der Asylhelferkreis Ottobrunn zeigten sich erfreut und dankbar für den überbrachten Scheck der Chorgemeinschaft St. Magdalena über EUR 600,00.
„Es ist zur richtigen Zeit eine große Hilfe zur Bewältigung der vielfältigen Aufgaben des Helferkreises und kommt den Asylbewerbern direkt zugute!“, so Karl Stocker bei der Übergabe des Schecks durch Margret Joswig beim Treffen der Helfer am 16.12.2015 im Pfarrsaal von St. Magdalena.
(Helferkreis Ottobrunn/Hohenbrunn)






16.10.2015: Ottobrunn nimmt's gelassen

Auf der Ottobrunner Bürgerversammlung konfrontiert der Bürgermeister Thomas Loderer die Bürger mit neuen Flüchtlingszahlen und verwies dabei auch auf die großartige Unterstützung durch die Ehrenamtlichen. Nicht zuletzt die Domain des Helferkreises mache deutlich, wie früh und intensiv sich Ottobrunner Bürger schon mit der Integration der Flüchtlinge beschäftigt hätten: ",www.helferkreis-asyl.com' sagt eigentlich alles. Dafür ein herzliches Dankeschön", sagte Loderer. (Süddeutsche Zeitung)




13.10.2015: Impf-Infoveranstaltung für Flüchtlinge

Am Abend des 13. Oktober 2015 machten sich Flüchtlinge aus Nigeria, Syrien, Afghanistan, Somalia, Eritrea, Äthiopien und aus dem Senegal auf den Weg. An diesem Tag war ihr Weg aus Ottobrunn, Riemerling oder Hohenbrunn jedoch weder weit noch beschwerlich. Ihr Ziel war eine vom Helferkreis Asyl Ottobrunn organisierte Informationsveranstaltung im Pfarrsaal der Kirchengemeinde St. Magdalena Ottobrunn zum Thema Impfungen. Dr. Susanne Pechel vom Gesundheitsamt München Land referierte abwechselnd auf Deutsch und auf Englisch in einfachen Worten und einprägsam, wie wichtig Impfungen für die ganze Bevölkerung seien, um sich vor Krankheiten wie z. B. Masern oder Influenza zu schützen. Rony Goliana, selbst Flüchtling aus Syrien und seit 2013 bei uns lebend, stellte sich als Dolmetscher zur Verfügung und übersetzte die Worte Dr. Pechels ins Arabische. Zwei jungen Männern aus Eritrea, die noch nicht so gut Deutsch sprachen, erklärte Frau Friedenberg vom Helferkreis Asyl Ottobrunn / Hohenbrunn die relevanten medizinischen Sachverhalte auf Französisch. Da viele Asylbewerber über keine Impfdokumente aus ihrem Heimatland verfügten, verteilte Dr. Pechel die kleinen gelben Impfpässe.



So wurde der Infoabend eine multilinguale, interessante Veranstaltung, aus der alle heimgingen mit dem Entschluss, sich von ihrem Hausarzt impfen zu lassen. (Helferkreis Ottobrunn/Hohenbrunn)





07.06.2015: „Mozart am Nachmittag“ Benefizkonzert für Ottobrunns Asylbewerber

Am Sonntag, 7. Juni 2015, fand ein ganz besonderes Konzert, das auch Kinder faszinierte, im bis auf den letzten Platz besetzten Ratssaal im Wolf-Ferrari-Haus statt. Die erst 19-jährige Klavierstudentin Anna Handler dirigierte das von ihr gegründete New Munich Youth Orchestra (NMYO) und stellte den Star des Konzertnachmittags in Bildern und Begebenheiten aus dessen Leben vor: Wolfgang Amadeus Mozart. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Thomas Loderer begann das Programm mit dem 1. Satz aus seinem Dritten Hornkonzert, wunderschön gespielt von dem 21-jährigen Hornisten Bence Sovago. Dann folgte der 3. Satz aus dem Dritten Violinkonzert; Solistin war die 16-jährige Geigerin Laura Handler, die nicht nur technisch, sondern auch musikalisch überzeugte. Zur Unterstützung holte sich die Dirigentin zwei Kinder aus dem Publikum – darunter einen afghanischen Jungen -, die unter ihrer Anleitung „mitdirigierten“.

Nach der Pause folgte die märchenhafte Zauberflöte, bei der sich das 21-köpfige Orchester um 5 junge Künstler erweiterte: der 19-jährige Erzähler Yorck Schultz führte mit vier Sängern das Publikum durch die Handlung. Prinz Tamino (Tenor Manuel Ried) floh vor der Schlange und besang das Bildnis seiner Pamina. Papageno (Bariton Fabian Langguth begann seinen Auftritt als Vogelfänger, sang mit Pamina, der Sopranistin Laura Incko, das Duett „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ und fand schließlich seine Papagena, ebenfalls von Laura Incko gesungen, die am Salzburger Mozarteum studiert. Der Auftritt der Tempelwächter auf der Empore ließ die Weite des Tempels erahnen, wo dann der weise Priester Sarastro (Bass Manuel Winckhler) im Sternenmantel sang.

Die 27 jungen Musiker und Sänger sind zwischen 16 und 23 Jahre alt und studieren alle noch an der Münchner Musikhochschule, am Salzburger Mozarteum und an der Zakahr-Bron-Akademie in der Schweiz.

Das Publikum war international: Deutsche Kinder und Jugendliche mit ihren Familien, Freunde und Paten der Asylbewerber, Flüchtlinge, wie die minderjährigen Buben aus dem Lore-Malsch-Haus, Familien und Alleinstehende aus Nigeria, Uganda, Russland, Syrien und Afghanistan – die jüngste Besucherin war die drei Wochen alte Happy mit ihrer nigerianischen Mutter. Da Anna Handlers Mutter Kolumbianerin ist, waren auch südamerikanische Familien anwesend, die sich monatlich in einer spanischen Gottesdienst-Gruppe treffen.

Bürgermeister Loderer, der den Ratssaal der Gemeinde kostenlos für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt hatte, dankte der Dirigentin mit Blumen und den jungen Musikern für ihr Engagement und ihre Unterstützung der Flüchtlinge. Der Helferkreis Asyl, dem auch Dirigentin Anna Handler angehört, hatte Informationsblätter über seine Arbeit ausgelegt, und das begeisterte Publikum spendete nicht nur Applaus sondern auch klingende Münze in die Spendenkörbchen am Ausgang. Dafür Ausführenden und Besuchern nochmals herzlichen Dank! (Helferkreis Ottobrunn/Hohenbrunn)



22.03.2015: Fest der Kulturen 2015

Der Helferkreis Aysl war am Fest der Kulturen der Agenda 21 im Wolf-Ferrari-Haus mit einigen Programmpunkten und einem Infostand mit beteiligt. Unten ein kurzes Video zum Anschauen mit einem Klick auf das Bild. (Helferkreis Ottobrunn/Hohenbrunn)





26.01.2015: Eindrucksvolle Spende vom Ottobrunner Gymnasium

Höhenkirchen-Siegertsbrunn:
Schecks über 1502,45 Euro und über 338,68 Euro überreichte die Schülerschaft des Gymnasiums Ottobrunn dem Helferkreis Asyl Ottobrunn-Hohenbrunn. Der erste Scheck war der Erlös aus der Sammlung nach dem traditionellen Weihnachtskonzerts aller Ensembles des Gymnasiums am 11. Dezember 2014 in der Pfarrkirche St. Magdalena, der zweite Betrag wurde von der Klasse 6c gespendet, die dafür in der Vorweihnachtszeit Kuchen gebacken und verkauft hatte. Die Schecks nahmen für den Helferkreis Asyl Ottobrunn Rony Goliana, Flüchtling aus Syrien, und Claudia Bernardoni entgegen.

Zur Scheckübergabe versammelten sich fünf Kurse der Jahrgangsstufe 11 sowie eine 10. Und eine 9. Klasse in der Aula des Gymnasiums Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Die Jugendlichen wurden von Claudia Bernardoni in das geltende Asylrecht eingeführt. Asyl ist ein Menschenrecht; nach der Genfer Flüchtlings-Konvention dürfen die Behörden Asylsuchende nicht über die Grenzen in ihr Herkunftsland oder ein unsicheres Drittland zurückschicken. Die Flüchtlinge sind aus Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, ihrer Religion, ihrer Nationalität oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder ihrer politischen Überzeugung aus dem Heimatland geflohen. Vor Abschiebung geschützt sind auch Menschen, denen durch Krieg und Bürgerkrieg in ihrem Heimatland Lebensgefahr droht.

Aus einer lebensgefährlichen Region Syriens kommt Rony Goliana, der mit seiner Familie in Al Hassakah im Norden des Landes lebte. In der Region kämpfen kurdische Peschmerga-Truppen, die aus dem Irak kommen, gegen Dschihadisten des Islamischen Staats, die im nicht weit entfernten Rakka ihre Hauptstadt haben. Als Christ wäre er ein Opfer des Islamischen Staats geworden. Über Monate war er auf der Flucht, ehe er in Deutschland ankam und als Bürgerkriegsflüchtling eine Aufenthaltserlaubnis erhielt. In seinem Vortrag vor den Schülern betonte er, was für ein Luxus es sei, ohne Angst und Sorgen lernen zu dürfen, frei zur Schule und Hochschule gehen zu können. Er selbst hat in Damaskus Englisch und Arabisch studiert. Jetzt spricht er auch Deutsch und möchte eine Dolmetscher- Ausbildung machen. Als Mitglied im Helferkreis Asyl unterstützt er die nur arabisch sprechenden Flüchtlinge, begleitet sie zu Behörden und hilft ihnen, sich im Alltag zurechtzufinden.

Der Helferkreis betreut derzeit über 200 Flüchtlinge in Ottobrunn und Hohenbrunn, die aus Syrien, Afghanistan, Irak, Nigeria, Eritrea, Somalia und Pakistan kommen. Mit der Spende der Schülerinnen und Schüler des Ottobrunner Gymnasiums kann der Helferkreis für die Asylbewerber zusätzliche notwendige Hilfe leisten. (Helferkreis Ottobrunn/Hohenbrunn)


Foto: Claus Schunk


07.12.2014: Nikolaus besucht Flüchtlingskinder in Ottobrunn
Lasst und froh und munter sein...Nikolausfeier für Flüchtlingskinder

Mit drei schweren Säcken kam der Nikolaus am Sonntag, 7.12.2014 in den Pfarrsaal von St. Magdalena – mit Spannung erwartet von 45 Flüchtlingskindern aus Ottobrunn und Riemerling. Mit Hilfe der Pfarreiangehörigen aus St. Stephanus Hohenbrunn hatten die Frauen des Eine-Welt-Kreises alle Wunschzettel der Kinder erfüllt. Der Helferkreis Asyl lud die Familien und Paten zur Nikolaus-Feier ein. Die Geschichte des Heiligen Nikolaus in Arabisch, Englisch und Deutsch, weihnachtliche Trompeten- und Klaviermusik, gemeinsames Singen, Plätzchen und Punsch trugen dazu bei, den Besuchern aus neun Ländern einen Nachmittag der Freude und des Friedens zu schenken. Wenn eine gemeinsame Sprache fehlte, verstand man sich in der „Sprache des Herzens“.



20.10.2014: Preisverleihnug der AWO

Dieser Artikel (Merkur-Online) berichtet von der Preisverleihung der AWO für die Helferkreise Asyl in Putzbrunn und Ottobrunn / Hohenbrunn.


07.10.2014: Flüchtlinge ohne Wohnung

Dieser Zeitungsartikel (Huffingtonpost) berichtet von einem Flüchtling - der auch im Helferkreis tätig ist - und seiner Wohnungssuche.


31.03.2014: Konzert für Flüchtlingskinder Junge Musiker begeistern mit Mozart und Beethoven

Wer war Mozart und wie alt war er als er sein erstes Stück komponierte? Wie funktioniert die Oboe, das Fagott oder das Horn?

25 junge Musiker und Musikerinnen des New Munich Youth Orchestra aus München und Landkreis musizierten im März 2014 im Pfarrsaal von St. Magdalena für Flüchtlingskinder. Anna Handler, Abiturientin, Gründerin und Dirigentin des Jugendorchester hatte die Idee, klassische Musik den Kindern nahe zu bringen, die von allein keinen Zugang zu Mozart und Beethoven haben. Im geschützten Raum konnten die syrischen und ugandischen Kinder, zusammen mit Kindern von Helferkreis-Mitgliedern, ihre wissbegierigen Fragen zu den ihnen unbekannten Musikinstrumenten und Musikern stellen, und gebannt den gewaltigen Klängen der Coriolan Ouvertüre von L. van Beethoven und des Violin- und Hornkonzertes von W.A.Mozart lauschen.

Der Helferkreis Asyl Ottobrunn bedankt sich bei den Jugendlichen, die dieses großartige Kinderkonzert gegeben haben.


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21.01.2014: Seepferdchen für Flüchtlingskinder - Integration
Helferkreis Asyl Ottobrunn gibt Schwimmkurs für Flüchtlingskinder

Mitte Dezember mischte eine lebhafte Kindergruppe das Phönixbad in Ottobrunn auf. Neun Schulkinder aus Familien von Asylbewerbern feierten den Abschluss ihres Schwimmkurses, der ab Anfang Oktober wöchentlich im Schulschwimmbad der Grundschule an der Lenbachallee stattgefunden hatte. Unter der Leitung von Studentin Mona Neumeier, Mitglied im Helferkreis Asyl Ottobrunn, und Ursula Neumeier erlernten die Kinder aus Uganda, Irak und Afghanistan im Alter von 5 bis 12 Jahren die Grundlagen des Brustschwimmens und des Rückenschwimmens. Mit viel Spiel und Spaß gewöhnte sich die buntgemischte Gruppe schnell an das neue Element Wasser. Neben Technikübungen und Ausdauertraining blieb natürlich auch genug Zeit für Spiele. Ganz besonders amüsierten sich die Kinder dabei beim Ringetauchen und Reiten auf den Schwimmnudeln. Der Schwimmkurs entwickelte sich zudem zu einem wöchentlichen Treffpunkt der Kinder, die früher Nachbarn waren und sich nach Umzügen nur noch selten sehen können.

Als krönenden Abschluss verbrachte die Gruppe einen Vormittag im Phönixbad Ottobrunn, an dem das Training ausnahmsweise in den Hintergrund trat und die Kinder endlich die beiden Rutschen und der Sprungturm ausprobieren konnten. Besonders freuten sich Bianca, Tyra, Hanan und Iqbal, die die Seepferdchen-Prüfung erfolgreich ablegten.

Integration am neuen Wohnort, in Schule und Nachbarschaft - durch Sport und Spiel ist dies für Kinder ganz einfach möglich. Für den nächsten Schwimmkurs ab Ende März gibt es sogar schon Wartelisten. Der Helferkreis Asyl dankt der Gemeinde Ottobrunn und dem Schwimmverein Ottobrunn, die den Kurs ermöglicht haben.


10.4.2013: 36 Mitglieder des Helferkreises unterzeichnen Erklärung

Der Text des Erklärung "We welcome you!“ Asylbewerber in unserer Mitte, ein Problem oder eine Aufgabe? ist als separates Dokument hier zu sehen.


Oktober 2012: Koordination der Hilfen für Asylbewerber in Ottobrunn, Putzbrunner Str

"Alles, was Ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan" (Mt 25,40).

An diese Bibelstelle habe ich mich unwillkürlich erinnert, als vor einigen Wochen bekannt wurde, dass 44 Asylbewerber aus verschiedenen Ländern (Familien und Alleinerziehende mit Kindern) in Ottobrunn, Putzbrunner Str. (im Bereich des Pfarrverbandes VIER BRUNNEN) eine zumindest vorübergehende Heimat gefunden haben.

Zur Vorgeschichte: In den letzten Monaten hat sich der Einwanderungsstrom hilfesuchender Menschen nach Deutschland wesentlich verstärkt, sodass die staatlichen Behörden zurzeit mit der Bereitstellung von geeigneten Quartieren völlig überfordert sind. Allein dem Bereich des Landratsamtes München wurden in den letzten Wochen 296 Asylbewerber zugewiesen, für 128 Menschen ist noch kein Wohnraum gefunden.

Die bestehenden Quartiere in Ottobrunn sind – wie vergleichbare Quartiere - vom Landratsamt München zwar mit dem Notwendigsten (Möbel und Gebrauchsgegenstände für den Haushalt etc.) ausgestattet, diese Maßnahmen reichen aber bei weitem nicht aus, um diese Menschen wirklich an unserem Leben teilhaben zu lassen. Neben unserer menschlichen Zuwendung, Anschluss und Kontakte zu den Menschen in Ottobrunn brauchen sie vor allem Sprachkurse, Kinder- und Familientreffs, Fahrräder, Lebensmittel, Spielsachen für Kinder, Fahrscheine für den Nahverkehr und vieles mehr.

Der Pfarrverband VIERBRUNNEN hat sich deshalb Ende September entschlossen, einen Koordinationskreis mit allen Hilfswilligen aus dem Pfarrverband und den umliegenden Pfarrgemeinden, der Caritas, den Vertretern des Landratsamtes, der politischen Gemeinde Ottobrunn, der evangelischen Michaelsgemeinde, vielen sozialen Fachverbänden, der Grundschule Lenbachallee und der VHS einzurichten.

Als im Pfarrverband VIERBRUNNEN, Ottobrunn für die caritativen Belange zuständiger Seelsorger habe ich die Koordination dieses Kreises übernommen.

In den bisherigen Treffen dieses Kreises konnten schon viele Kontakte geknüpft werden, die konkrete Hilfe ist schon in vielen Punkten angelaufen. Es ist sehr erfreulich, dass die Hilfsbereitschaft zugunsten dieser Menschen sehr groß und das Zusammenwirken der verschiedenen Organisationen untereinander vorbildlich ist. Allerdings sind wir erst am Anfang unserer Bemühungen und brauchen weitere Unterstützung; Menschen, die uns unterstützen können, sind eingeladen, jeweils mittwochs, 17.00 Uhr zu den Koordinationstreffen zur Pfarrei St. Magdalena, Ottostr. 102 (Pfarrsaal) zu kommen. Sofern Sie ganz konkret Hilfe anbieten können, melden Sie sich bitte vorab unter der E-Mail-Adresse k.stocker@web.de beim Unterzeichner. Für alle bereits geleistete oder künftige Hilfe möchten wir sehr herzlich danken!

Karl Stocker, Diakon (Pfarrverband VIER BRUNNEN)




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